Wie Jeanette, die uns heute am MeMadeMittwoch im Februar wunderbar farblich aufeinander abgestimmt und überhaupt ganz wunderbar Rock und Jacke vorführt, zeige ich euch heute eine noch im letzten Jahr fertig gewordene Hose. Die Hose Miller Street wurde bereits Anfang Dezember 2025 fertig, und sie wird seither gerne und viel getragen. Wiederholungstäterin bin ich mit der Hose außerdem auch, habe ich den Schnitt Miller Street doch schon einmal genäht. Auch diese Hose wird oft getragen, die Neue hat jedoch das Potential noch öfter ausgeführt zu werden.
Der Schnitt

Der Schnitt Miller Street aus Ottobre 5/2023 führt zu einer Hose mit hohem Bund und geraden weiten Beinen. Zwei Abnäher vorne und zwei Abnäher hinten führen zu einer angenehmen Passform. Vorne gibt es zwei Hüftpassentaschen, hinten zwei Paspeltaschen. Schlicht und geradlinig ohne weitere Auffälligkeiten.


Wie immer habe ich den Zipp nach der Anleitung der Ginger Jeans eingenäht, und diesmal habe ich nicht wie bei meiner ersten Miller Street umgedacht und den Zipp gespiegelt eingenäht, wie er eigentlich laut Ottobre-Schemazeichnung sein sollte. Mir ist ehrlich gesagt ziemlich egal, wie rum der Zipp öffnet, Hauptsache er öffnet und schließt und hält.

Die Gürtelschlaufen habe ich bewusst weggelassen. Der Bund ist schmäler als bei meinen Jeans. Ich trage keinen schmalen Gürtel, jedenfalls nicht bei Hosen, wozu also Gürtelschlaufen? Außerdem ist die Hose hochgeschnitten und sitzt durch die Abnäher recht gut, ich hatte bisher nicht das Gefühl, einen Gürtel zu brauchen.
Eine Änderung gab es außerdem bei den Taschen. Erst bei der zweiten Hose nach dem Schnitt habe ich bemerkt, dass etwas mit dem Schnittteil für die Paspeln nicht stimmen kann. Denn die beiden Paspeln am Tascheneingriff werden sehr schmal. Extrem fummelig zu nähen, der Tascheneingriff klafft immer auf, und selbst auf den Fotos im Heft sind die Paspeln breiter. Ich fürchte, das stimmt das mit der Beschriftung, dass die Nahtzugabe bei den Paspeln inbegriffen wäre einfach nicht. Eine Paspeltasche habe ich genäht, die zweite wollte ich mir nicht mehr antun. Kurzentschlossen habe ich das Schnittteil der Gesäßtasche der Archer Trouser verwendet und als zweite Gesäßtasche eine Aufsatztasche angebracht. Leider etwas zu hoch, weil ich die bereits angebrachte Verstärkung der Paspeltasche für die Ecken verwenden wollte.

Tragefotos gibt es natürlich auch:

Eigentlich ist ja die Hose die Hauptsache, aber irgendwie drängt sich bei Tragefotos immer das Oberteil in den Vordergrund. Vielleicht auch, weil die Hose einfach ein guter Kombipartner ist.


Das ist drin:
- Schnitt/Anleitung: Hose Miller Street aus Ottobre 5/2023
- Material: ca. 1,7m Baumwolltwill in Khakigrün, gekauft in der Maschenwerkstatt. Zipp aus dem Vorrat, ursprünglich vom Hirt.
- Kosten: ca. 54€
- Werkzeug: Nähmaschine, Overlock zum versäubern
- Arbeitszeit: ca. 8 Stunden
Und weil er sich schon so in den Vordergrund drängt, soll er auch noch seinen Auftritt haben:
Pullover Ivy
Ich habe zum ersten Mal nach einer Anleitung von Petiteknit gestrickt. Und das auch nur, weil ich nach Anleitungen gezielt für Snefnug von CaMaRose gesucht habe und der Pullover Ivy am ehesten dem entsprach was ich mir so vorgestellt hatte. Und ich muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Mit der Qualität und den Trageeigenschaften der Wolle ebenso wie mit der Strickanleitung. Es strickte sich flüssig herunter, der Pullover war in etwa zweieinhalb Wochen fertig. Mit 5er Nadeln geht es aber auch ein bisschen schneller voran.

Die Anleitung sieht glatt rechts bis zum Abketten vor. Da ich bereits meine negativen Erfahrungen mit ungewolltem Rollsaum gemacht habe, habe ich an den Säumen von Körper und Ärmeln zunächst 4 Runden im 3×1 Rippenmuster und weitere 4 Runden im 1×1 Rippenmuster gestrickt und dann erst abgekettet. Es wäre vermutlich auch mit nur 3×1 Rippen bis zum Abketten gegangen. Ansonsten habe ich mich an die Anleitung gehalten.
Der Pullover ist etwa 10 Minuten vor dem Fotografieren fertig geworden. Er trägt sich sehr angenehm, warm und leicht. Ich habe ihn nach den Fotos gleich anbehalten.

Was mir sehr gut gefällt ist die Schulterpartie, die dann in eine Raglanlinie übergeht. Die verkürzten Reihen am Halsausschnitt beulen an einer Seite etwas, da würde vermutlich Anfeuchten und Spannen, das ich mir bisher gespart habe, etwas Abhilfe schaffen.

Das ist drin:
- Schnitt/Anleitung: Ivy Sweater von Petiteknit, über Ravelry.
- Material: 8,5 Knäuel Snefnug von CaMaRose in der Farbe Braendt Orange, gekauft in der Maschenwerkstatt Graz
- Kosten: ca. 76€
- Werkzeug: Rundstricknadel mit Seillänge 80cm und 40cm und Nadelspitzen 5mm
- Arbeitszeit: mal wieder nicht mitgezählt
- Info auch in Ravelry hier zu finden
Mein Kleiderschrank ist also um zwei gut kombinierbare Teile reicher. Nicht nur miteinander kombinierbar, sondern eben mit so einigen Teilen im Kleiderschrank. Der Pullover zum Beispiel würde sogar noch besser zu meiner ersten Version der Miller Street passen. Das werde ich demnächst mal ausprobieren. Jetzt jedoch spazieren meine beiden neuen Basics zum MeMadeMittwoch im Februar, wo es weitere selbstgemachte Kleidung an ganz wunderbaren Frauen zu sehen gibt. Und ich mache mich auf den Weg ins Büro, das Gustieren bei den anderen wird mir dann den Feierabend erfreuen.
