Da der 1. Februar ein Sonntag war, ist der 3. Sonntag im Februar folgerichtig der 15. Zum Glück habe ich noch rechtzeitig drangedacht, dass der Monatsspaziergang so früh im Monat ist. Und das gleiche Spiel gibt es dann im März nochmal. Hat natürlich den Vorteil, dass länger verlinkt werden kann, da das Linktool ja immer bis zum Monatsletzten geöffnet ist.
Diesmal habe ich mir überlegt, dass ich mal ein bisschen Streetart zeigen kann. Es gibt einige Bereiche in Graz, wo Streetart gehäuft vorkommt, und dazwischen auch noch vereinzelte Stellen. Im Internet findet man diverse Routen dazu. Ich bin extra mit dem Fahrrad losgezogen, da die Standorte nicht ganz nah beieinander liegen. Habe mich dann jedoch nur für einen kleinen Bereich entschieden, denn auch so habe ich die maximal 25 Fotos für den Monatsspaziergang locker zusammenbekommen. Das Taggerwerk und so hebe ich mir für ein andermal auf. Für diesen Monatsspaziergang im Februar habe ich mich auf Gries um die Feuerbachgasse konzentriert.
Und bin am Weg dorthin gleich mal bei der Keplerbrücke stehengeblieben. Denn das Gebäude der Energie Steiermark im Zwickel zwischen den beiden Fahrbahnen des Kaiser-Franz-Josef-Kai und der Wickenburggasse zieren ebenfalls einige Graffiti.









Über Josefigasse, Marschallgasse und Vorbeckgasse bin ich dann zum Platz der Freiwilligen Schützen geradelt. Dort habe ich das Fahrrad abgesperrt und bin eine Runde gegangen. Mein Spaziergang führte mich durch die Maria-Stromberger-Gasse, Dreihackengasse, Rösselmühlgasse, Ägydigasse, Sterngasse, Griesgasse, Feuerbachgasse wieder zurück zum Platz der Freiwilligen Schützen.
Maria-Stromberger-Gasse? Der bisher als Kernstockgasse benannte Straßenzug wurde am 1. Februar 2024 in Maria-Stromberger-Gasse umbenannt, trägt also seit ziemlich genau einem Jahr einen neuen Namen. Eine 2014 durch Gemeinderatsbeschluss eingesetzte Straßennamenkommission hatte die Kernstockgasse wie etwa 20 weitere Grazer Straßennamen im März 2018 als „schwer problematisch“ eingestuft. Ottokar Kernstock (1848-1928) war Priester und deutschnationaler Dichter, sein Text „Deutschösterreichische Volkshymne“ von 1920 wurde von 1929 bis 1938 als Bundeshymne eingesetzt, sein „Hakenkreuzlied“ von 1923 wurde nach dem Anschluss 1938 von den Nazis für Propaganda verwendet. Die damalige schwarz-blaue Rathauskoalition entschied 2019 gegen eine Umbenennung, erst mit dem Wechsel zu Rot-Rot-Grün nach den letzten Gemeinderatswahlen kam die Umbenennung in Gang. Den bisher recht wenigen nach Frauen benannten Grazer Straßen wurde eine weitere hinzugefügt, eine Widerstandskämpferin gegen die Nazis noch dazu. Am Zusatzschild unter dem Straßenschild ist zu lesen:
Maria Stromberger 1898 – 1957. Krankenschwester, Widerstandskämpferin. Die gebürtige Kärntnerin lebte und arbeitete von 1914-1935 in Graz, ehe sie nach Bregenz ging und dort eine Krankenschwester-Ausbildung absolvierte. 1942 ließ sie sich nach Auschwitz versetzen, wo sie im Krankenrevier des Konzentrationslagers ihren Dienst versah und die illegale Widerstandsgruppe „Kampfgruppe Auschwitz“ unterstützte.
Etwas ausführlicher kann man über den „Engel von Auschwitz“ auf Wikipedia nachlesen.
Kleine Anekdote am Rande: Die Diskussion über die Kernstockgasse und weitere bedenkliche Straßennamen schwelt schon länger und eine Forderung nach Umbenennung kocht immer mal wieder hoch. So wurde im April 2014 im Rahmen einer Kunstaktion die Kernstockgasse als Curt-Cobain-Gasse inklusive Gedenktafel beschildert.



















Und damit sind wir wieder am Ausgangspunkt unseres Spaziergangs angelangt. Am Heimweg haben wir noch kurz an der Hauptbrücke haltgemacht und sind zum City Beach hinabgestiegen. Die Graffiti dort sind derzeit aber nicht besonders, vor allem verglichen mit den im Jänner 2024 gesehenen Gorillas. Mehr als genug Fotos habe ich außerdem.
Und jetzt freue ich mich auf eure Monatsspaziergänge.
