Stoffspielereien mit Licht und Dunkelheit

Licht und Dunkelheit. Ein schönes Thema für die Stoffspielereien. Auch wenn ich beim ersten Lesen der Themen für 2026 gerade bei diesem Thema erstmal ratlos war. Aber nicht lange, denn dann fielen mir diverse Bilder von Quilts in meinem Inspirationsordner ein. Und auch wenn meine Umsetzung und mein Beitrag zum Januarthema auf der Strecke blieben, das Blättern durch diverse Bücher in meinem Bestand brachte eine Fülle von Ideen. So diente dann auch letztlich für Licht & Dunkelheit ein Buch als Inspiration. Erstmal zeige ich jedoch ein paar der anderen Inspirationen.

Alle Beiträge zu Licht & Dunkelheit sammelt übrigens Anne Sophie von heyy oskar.

Dunkel, Nacht, Spaziergang und Licht, Christiane Tietz, Deutschland 2020/21; handbedruckter Baumwollstoff, im Siebdruckverfahren bearbeitet, zerschnitten, neu zusammengesetzt, mit verschiedenen Garnen hand- und maschinengequiltet. „Wenn ein Spaziergang durch die Nacht gleichzeitig ein Spaziergang durch die Seele ist“. Gesehen und fotografiert im März 2023 bei der Quilttriennale im Textilmuseum St. Gallen
Links: „Sunburnt Country“ von Wombatquilts, Internetfund von 2014; rechts: from the blue chair, Internetfund von 2013

Bei diesen beiden Quilts mag ich besonders, wie die helle Mitte in einen immer dunkleren Rand übergeht.

Links: Bluebird Logcabin Quilt, 2016, redpepperquilts; rechts: guicy giuce, Internetfund von 2017

Mit letzteren Bildern wären wir dann auch bei meiner Idee für Licht & Dunkelheit. Denn eines der klassischen Muster, wie man Log Cabins zusammensetzen kann, heißt Sunlight & Shadow oder eben auch Light & Dark. Zufälligerweise ist es auch das Muster des linken Quilts. Als ich beim Blättern in meiner Ausgabe von Linda Sewards „Das große Buch von Patchwork, Quilt und Applikation“ darauf stieß, hatte ich die sprichwörtliche Erleuchtung.

Logcabins wollte ich schon lange mal umsetzen. Also warum nicht die Stoffspielereien zum Anlass dafür nehmen. Gleichzeitig ließ mich jedoch das Bild der hellen Mitte und des dunklen Rands der beiden bunten Quilts nicht los. Und so habe ich beides miteinander kombiniert.

Meine Ideenskizze

Um die Mitte etwas rundlicher zu bekommen, habe ich asymmetrische Logcabin-Blöcke gemacht. Das heißt die hellen Streifen sind etwas breiter als die dunklen. Allerdings hätten die Streifen für einen noch runderen Effekt noch sehr viel unterschiedlicher sein müssen, der Effekt ist fast zu wenig.

Meine Logcabin-Blöcke sind jeweils 27x27cm, so dass sie zusammengesetzt ein Kissenformat von 50x50cm ergeben. Soweit bin ich dann allerdings nicht mehr gekommen. Durch einen grippalen Infekt ausgebremst, sind quilten auf eine nahtzugabensichernde Unterlage und gegennähen einer Kissenrückseite inklusive Verschluss auf der Strecke geblieben. Immerhin bin ich froh die Schauseite fertigbekommen zu haben. Momentan sieht das Kissen-to-be von hinten also noch so aus:

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Lass dich vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen, findest Du auf stoffspielereien.net.

Die Stoffspielerei-Termine 2026:

30 Kommentare

  1. Ein schönes Thema und so gar nicht schwarzweiß😉 und von wg Gegensätze ziehen sich an usw.
    Dein Quilt (mir fiel sofort „ein Licht am Ende des Tunnels“ ein, sorry) ist so schön konzipiert, man wird regelrecht in die helle Mitte gesogen!
    Meisterliche Umsetzung
    Liebe Grüße und schönen Sonntag
    Nina

    • Schwarz-weiß wäre naheliegend für mich gewesen. Genau deshalb habe ich mich für die klassischen Farben entschieden, denn Blau und vor allem Dunkelblau verwende ich sehr selten. So geht das Licht in die nächtliche Dunkelheit über, und ich habe außerdem farblich über meinen Tellerrand geblickt 😉
      Danke liebe Nina und liebe Grüße, heike

  2. Eine Wahl, die mir gefällt! Ich wünsche dir gute Besserung und dass du bald zur finalen Fertigstellung des Kissenbezugs kommst!
    Sonntagsgrüße aus Köln!
    Astrid

    • Wird leider nicht so schnell was werden, dank kleinem Rückfall. Immerhin geht so beim Stricken was weiter, denn kraus rechts in Runden stricken funktioniert auch mit Dröhnschädel.
      Liebe Grüße, heike

  3. Ein Logcabin war das Muster für meinen allerersten Quilt, auch in weiß blau, da weckst du Erinnerungen! Mit unterschiedlichen Breiten in den Streifen zu arbeiten ist schlau, das nächste Kissen wird bestimmt rund. Jetzt hast du ja den Dreh raus. Liebe Grüße

    • Weiß Blau ist eben klassisch, und ich wollte das endlich mal ausprobieren. Denn Logcabin oder eher eine freie Variante davon hatte ich bisher nur als Restlverwertung in kleinen Quilt-as-you-go Paneelen gemacht. Bei der Streifenbreite habe ich mich zu sehr auf das Kissenformat eingeschossen, mehr Unterschied in den Breiten wäre besser gewesen. Beim nächsten Mal mache ich dann alles besser, was hier nur so lala geworden ist 😉
      Liebe Grüße, heike

  4. Liebe Heike, logcabins sind doch immer wieder spannend. So einfach im Schnitt und doch sehr wirkungsvoll. Wunderbar finde ich auch Deine Beispiele aus Büchern und internet – Funden, da sprudeln die Ideen nur so. ich hoffe, Dir geht es bald wieder besser und Du kannst das Kissen fertigstellen. Liebe Grüße von Tyche

    • Und doch hatte ich bisher wenig mit Logcabins gemacht. Vor allem nicht mit klassischen. Am besten gefällt mir ja das Lightning Muster, irgendwann werde ich auch das mal umsetzen. Und in meinen Inspirationsordnern mit Internetfunden kann ich die große Bandbreite von Möglichkeiten sehen.
      Danke für die Besserungswünsche und liebe Grüße, heike

  5. Das ist dir doch gut gelungen, trotz Infekt! Gute Besserung! Interessant, dass man durch die Stärke der Streifen die Optik weicher, runder bekommt. Das wird jedenfalls ein schönes Kissen! Man muß bei dieser Technik so exakt bleiben und das immer gleiche Wiederholen, läßt es mich gar nicht erst anfangen, aber reizvoll, finde ich es.
    Die zerschnittene Siebdruckgeschichte gefällt mir sehr, danke fürs Zeigen.
    viele bunte Grüße, Karen

    • Zum Glück war ich schon recht weit, als der Infekt zuschlug. Danke für die Besserungswünsche! Die veränderte, rundere Optik durch unterschiedlich breite Streifen war auch im Buch beschrieben, gefundene Beispiele haben das dann schön untermalt und gezeigt dass es genau das ist was ich mir vorgestellt habe. Durch die unterschiedlichen Stoffstreifen und Reste ist es dann nicht gar so repetitiv wie es scheint. Das Siebdruckwerk war eines von vielen sehr interessanten Werken, die auf der Quilttriennale ausgestellt waren, leider bin ich nie dazu gekommen, sie zu zeigen. Ebensowenig wie die von einer anderen Triennale, der Textiltriennale in Szombathely.
      Liebe Grüße, heike

  6. Schön, wie zudem die blauen Stoffe nach außen immer dunkler werden. Die Variation der Streifenbreite finde ich eine angenehm pragmatische Approximation für die angedachte rundliche Mitte. Liebe Grüße!

    • Das nach außen dunkler werden der blauen Stoffe ist gut gelungen. Weniger gelungen ist die helle Mitte, da hatte ich einen Gedankenfehler bei den gelbgemusterten Stoffen. Es fällt zum Glück nicht allzusehr auf, und beim nächsten Versuch weiß ich es besser. Der asymmetrische Block gehört zum klassischen Kanon der Logcabin Blöcke.
      Liebe Grüße, heike

    • Nacht und Tag oder auch Mondlicht in der Nacht oder Lampenschein im Dunkel, der Interpretationen gibt es viele 😉
      Liebe Grüße, heike

  7. Hallo Heike,
    die Idee, Blau zu nehmen und nicht Schwarz, finde ich sehr gelungen. So wirkt der Block deutlich lebendiger und es wird ein schönes Kissen werden.
    LG
    Elke

    • Blau hat viel mehr Abstufungen. Mit Schwarz wären die einzelnen Streifen viel weniger herausgekommen bzw. wäre es ein schwarzer Block am Rand geworden. Die klassischen Logcabins, die ich in meinen Büchern gefunden habe, haben auch meist mit verschiedenen Blautönen bei den dunklen Streifen gespielt.
      Liebe Grüße, heike

  8. Dein blau-weißer Log-Cabin gefällt mir sehr, die asymmetrische Anordnung der Streifen auch. Log-Cabin kann man so unendlich viel variieren, nur damit alleine kann man sein ganzes Nähleben verbringen.
    Log Cabin habe ich gelernt bedeutet, daß die Streifen die Baumstämme sein sollen aus denen die einfachen, ersten Häuser der US-amerikanischen Siedler gebaut waren. Das Quadrat in der Mitte ist das (Herd-)feuer und „muß“ gelb oder rot sein. Das Feuer beleuchtet die eine Hälfte des Hauses und läßt die andere im Schatten.
    Für unser Thema diesmal ist es DAS Muster. Ich habe trotzdem keinen genäht, weil ich das Muster schön öfter in Variationen gemacht habe und für die Stoffspielereien etwas anderes ausprobieren wollte.
    Liebe Grüße Gabi

    • Ich habe bisher noch keine Logcabins genäht (außer so eine Art beim Restlverwerten), insofern bot es sich für mich direkt für diese Stoffspielereien an. Auch was die Farben angeht ist es für mich eher Neuland. Und danke für deine Erklärung zu den Logcabins. Die wollte ich eigentlich auch in den Text aufnehmen, habe es dann aber dank Infekt und Hirnnebel doch vergessen. Ergänzen kann ich noch, dass es zwar als typisch amerikanisches Muster gilt, eben wegen der Assoziation mit Blockhäusern, jedoch bereits in einigen älteren, von England mit in die Staaten mitgesiedelten Quilts verwendet wurde.
      Mir gefallen die unterschiedlichen Variationen dieses Blocks recht gut, es wird Zeit mal einen größeren Quilt damit zu planen. Mal sehen, noch bin ich ja mit anderem beschäftigt.
      Liebe Grüße, heike

  9. Oh ja – dein Quilt trifft das Thema genau! Sehr schön umgesetzt und eine Inspiration und Vorbild für eigne Arbeiten. Welche tollen Effekte man doch mit dem klassischen Log Cabin erzielen Kann.
    LG
    Beate

    • Meiner Ansicht nach durften es aber nur 4 Blöcke sein. Das eigentliche Light & Dark Muster mit mehr Blöcken aneinandergereiht ist schon wieder mehr grafisch gitterartig.
      Zwar auch ein toller Effekt, ebenso wie die anderen Variationen, aber ich wollte einen Lichtpunkt im Dunkeln umsetzen.
      Liebe Grüße, heike

    • Bei den hellen Flächen ist die Staffelung nicht so gelungen, ich hatte da einen Gedankenfehler von gelbgemustert zu ganz hell. Beim Blau hat es gut geklappt, die blauen Streifen schmiegen sich auch von der Anordnung her besser um die helle Mitte. Fürs nächste Mal weiß ich das nun auch 🙂
      Liebe Grüße, heike

  10. Log Cabin ist immer wieder schön. 🙂 Von den klassischen Mustern gefällt er mir am besten! Deine Blauen und Beigen sind wunderbar, die rote Mitte das Töpfchen auf meinem i. Liebe Grüsse von Regula

    • Die rote Mitte symbolisiert beim klassischen Logcabin das Herdfeuer, das gefällt mir nochmal extra bei diesem Block.
      Liebe Grüße, heike

  11. Der Kontrast zwischen Licht und Dunkelheit wirkt bei Stoffen besonders spannend. Interessant zu sehen, wie unterschiedlich Materialien je nach Beleuchtung wirken können 🙂

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