Stoffspielereien mit Taschen

Im März lautet das Thema für die Stoffspielereien „Taschen“, sämtliche Beiträge zu diesem Thema werden bei PeterSilie & Co gesammelt. Ein interessantes, breit gefächertes Thema. Gibt es doch Taschen in Kleidungsstücken, und Taschen als autonome Umhängsel. Allen gemeinsam ist jedoch, dass man darin etwas unterbringen, verstauen, und auch transportieren kann.

Taschen sind aber noch so viel mehr. Nicht nur sind sie oftmals Ausdruck von Individualität und peppen auch gerne ansonsten unspektakuläre Kleidung auf, sie sind auch ein Symbol von Macht und Machtspielen. Oder warum wurde Frauen über Jahrhunderte das Recht von Taschen in Kleidung verweigert? Und wird Kleidung für Frauen auch heutzutage noch größtenteils, wenn überhaupt, mit Taschen versehen, die zu klein und meist unpraktisch sind? Angeblich weil man die Silhouette nicht stören will, und Frauen gar keine größeren Taschen haben wollen, sie haben ja eh Handtaschen. Haha. Aber auch nur in der Welt der Männer. Die Größenunterschiede von Taschen in der Kleidung von Frauen im Gegensatz zu der von Männern wurden unter anderem 2018 von The Pudding untersucht, schaut euch vor allem an, wie gut oder eben nicht diverse Mobiltelefone und andere Gegenstände in die Taschen passen, von Händen gar nicht zu reden.

In der Welt der Frauen sieht das dann so aus, dass man sich früher große Taschen umband, in denen man viel unterbringen konnte, auch das, was frau eigentlich nicht zugestanden wurde. Denn natürlich war der Mann der Verwahrer des Geldes. Und heute? Jene Frauen, die nicht ständig eine Handtasche/Umhängetasche/wasauchimmerTasche mit sich tragen wollen, suchen sich ihre Kleidung entweder nach der Art und Anzahl und Größe der Taschen aus, oder sie nähen sich ihre Taschen selbst in ihre Kleidung. Zumindest diejenigen, die nähen können und wollen. Entweder wird Kaufkleidung mit fehlenden Taschen versehen oder zu kleine Taschen werden vergrößert. Oder frau näht sich ihre Kleidung gleich selbst, mit von Anfang an ausreichend großen Taschen.

Für die Stoffspielereien habe ich mich mit zweierlei Arten von Taschen an Kleidung beschäftigt. Einerseits gibt es eine Vielzahl an verschiedensten Taschen, mit denen man ein Kleidungsstück versehen kann. Meist enthalten die Schnitte, nach denen ich nahezu meine ganze Kleidung selbst nähe, bereits Taschen. Nicht immer nähe ich die vorgesehenen Taschen, manchmal ändere ich auch ab. Oder ich ergänze. Hier mal eine kleine Auswahl an Beispielen:

Der Schnitt sieht am Gesäß beidseitig Paspeltaschen vor. Da ich mit der einen nicht gerade glücklich war, habe ich auf der anderen Seite eine Tasche aufgesetzt.

Das schwarze Kleid ganz links ist ein mindestens 15 Jahre altes Kaufkleid, dessen aufgesetzte Blasebalgtaschen mit Kellerfalte als Inspiration für die aufgesetzten Taschen eines aus einem verlängerten T-Shirtschnitt entwickelten Jerseykleides dienten. Besser als auf den überbelichteten ganz frischen Fotos sieht man das Kleid hier. Das rechte Kleid hat eine kaum sichtbare Taschenlösung, die im Schnitt bereits so vorgesehen war. Kleid Raven aus LMV 5/2016

Seiten vertauscht und überbelichtet. Aber man kann’s erkennen. Im Gegensatz zur größeren Tasche des Kaufkleides habe ich die Kellerfalte bei meiner Version auch unten als solche fixiert. Der Umschlag ist auch kleiner, viel weniger Blasebalg.
Die Tasche beim Kleid Raven verschwindet hingegen in den Prinzessnähten. Man sieht sie eigentlich nur, wenn man die Hand hineinsteckt. Oder durchsteckt, denn auch das geht.
So sieht die Tasche von innen aus. Eine ziemlich geniale Lösung, die mir gut gefällt.

Taschen an Kleidung gibt es also unterschiedlichster Art. Sehr hilfreich ist dazu auch ein Buch aus meinem Buchregal, „Taschen an Kleidungsstücken perfekt genäht“ von Yoshiko Mizuno.

Und wie absolut passend, ist das Thema des aktuellen Tauko Nähmagazins (Issue N° 18) auch Pockets. Ausführlicher und vor allem fundierter als oben von mir nur kurz angerissen findet sich im Magazin ein Artikel von Hannah Carlson zu Taschen, „Designing Freedom: On Pockets, Power, and Women’s Clothes“. Das bereits 2023 erschienene Buch der Autorin, “ Pockets: An Intimate History of How We Keep Things Close“ ist somit ebenso auf meine Buchwunschliste gehüpft.

Neben diesem kurzen aber wesentlichen Artikel hat das Magazin natürlich auch Schnitte mit diversen Taschenlösungen zu bieten. Das Top vom Titelblatt hat es in meine engere Auswahl geschafft, ein Zero-Waste-Schnitt mit prominenten Taschen. Für die heutigen Stoffspielereien habe ich mich jedoch für einen weiteren Zero-Waste-Schnitt entschieden, die Umbindetasche Roo von Liz Haywood.

Eine moderne Version der Umbindetasche, wie sie seit mindestens dem 16. Jahrhundert, vermutlich jedoch bereits seit dem Mittelalter, und bis ins späte 19. Jahrhundert von Frauen unter den oder in den Falten der weiten Röcke versteckt getragen wurde. Manchmal nicht nur eine, sondern beidseitig. Diese Taschen haben sich in Form und Größe über die Jahrhunderte kaum verändert. Während die in die Kleidung direkt eingenähten Taschen für Männer ab dem 17. Jahrhundert gang und gäbe wurden, wurde dies den Frauen nicht zugestanden. Im Gegenteil, zeitenweise wie etwa im Regency mussten selbst die Umbindetaschen weichen, weil sie sich mit der vorherrschenden Mode nicht vertrugen. Ein paar schöne Beispiele historischer Umbindetaschen und auch ein bisschen Hintergrundinfo gibt es auf dieser Seite des V&A.

Bei Gabi habe ich so eine Umbindetasche dann erstmals in natura gesehen, sie hat sich bereits vor längerem eine genäht. Für die Stoffspielereien hat sie mir ihre Schnittskizze zur Verfügung gestellt und zum Nähtreff Anfang des Monats ihre Tie-on-Pocket als Anschauungsexemplar mitgebracht. Ich habe also zunächst eine Umbindetasche nach historischem Vorbild genäht, und dann noch die Tasche Roo als moderne Interpretation.

Den Nähprozess habe ich nur teilweise und nur bei Roo dokumentiert, bei der historischen Tasche habe ich es im Überschwang des Nähtreffs vergessen. Im Endeffekt handelt es sich um eine tropfenförmige Form, die 2x in Außenstoff und 2x aus Futterstoff zugeschnitten wird. Jeweils ein Außen- und Futterstoff erhält mittig einen geraden Schnitt vom schmalen oberen Ende bis etwa zur Mitte der Höhe, das wird der Eingriff. Die Eingriffkanten werden mit Schrägband eingefasst. Dann werden alle 4 Stoffteile zusammengeheftet und die Kante rundum ebenfalls mit Schrägband eingefasst. Zuletzt wird oben ein Schrägband angenäht, das zu beiden Seiten als Bindebänder weitergeführt wird.

Für die Tasche Roo schneidet man 2 Rechtecke nach Schnittvorlage zu. Aus einem der beiden Rechtecke wird die Rundung des Tascheneingriffs laut Schnitt ausgeschnitten. Das ausgeschnittene Stück wird zum aufgenähten Münzfach umfunktioniert. Es ist vorgesehen, dass die Musterseiten der beiden Hauptteile jeweils nach vorne blicken, die Rückseite wäre dann die Stoffrückseite. Da mir das nicht so ganz zusagte, habe ich ein weiteres gebogenes Schnittteil, diesmal mit zusätzlich Nahtzugabe, aus einem Stück Reststoff zugeschnitten, geendelt und auf den Rückteil aufgesteppt. Ganz Zero Waste war es dann nicht mehr, aber mir gefällt es so besser. In der Anleitung steht auch, dass man alle Teile vor Beginn versäubern soll. Habe ich nicht gemacht, sondern die Kanten immer erst bei Bedarf und teilweise erst nach dem Zusammennähen beide Stoffkanten gemeinsam versäubert. Der Tascheneingriff wird nicht geendelt, sondern mit Schrägband versäubert. Leider hatte ich keines im passenden Gelb, Kontrast wollte ich diesmal nicht, neu dazu kaufen auch nicht, also wurde es ein beiges mit dezentem Webstrukturaufdruck.

Ein nach angegebenem Mass zugeschnittenes und mittig längs gefaltet knapp abgenähtes Stoffstück wird als Zwickel an der langen Seite und ums Eck an der unteren kurzen Seite angenäht. Danach erst habe ich beide Stoffkanten zusammen versäubert. Die Rückseite wird genauso angenäht und versäubert.

Dann habe ich erst wieder Fotos vom fertigen Stück gemacht. Jedenfalls wird die Ecke des Zwickels noch extra abgenäht, die auch nach Schließen der verbliebenen Seitennaht offen bleibende Kante vor dem Zusammennähen mit einem Stoffstreifen versäubert und oben ein Tunnel zum Durchschlaufen eines Bindebandes oder Gürtels angenäht.

Die fertige Umbindetasche von vorne und von hinten.

Mit meinen beiden Umbindetaschen bin ich nun für allerlei Gegelegenheiten gerüstet. Und dank dem Taschenthema bei den Stoffspielereien habe ich das schon länger geplante Vorhaben einer Umbindetasche nun auch endlich umgesetzt. Sogar zweimal.

Und weil ich die Umbindetasche nach historischen Formen bei Gabi zuerst gesehen habe, darf ich beim BINGO! von antetanni ein Kreuzchen bei bei anderen gesehen machen.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Lass dich vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien, die schon seit 2012 laufen, findest Du auf stoffspielereien.net.

Die Stoffspielerei-Termine 2026:

29 Kommentare

  1. Danke für den Einblick in die weibliche Taschengeschichte. Dass sie wirklich mal ‘verboten‚ waren? Unglaublich. Wir Mädels bevorzugen auch Taschen in Pyjamahosen, damit das Taschentuch einen Platz hat. Aus einer Cargohose habe ich einmal eine Tasche genäht, weil ich die Blasebalgtaschen so praktisch fand. Deine Umhängetasche regt mich an, mir doch eine Tasche für‘s Zeichnen draußen zu nähen. Mal sehen, ob ich das nun besser hinkriege. Liebe Grüße, Elvira

    • Wenn es nicht urheberrechtsgeschützt gewesen wäre, hätte ich ein ebenfalls im Tauko Magazine abgedrucktes Modell der Spring 2019 Kollektion von Marine Serre noch gezeigt, ein Kleid über und über mit Cargotaschen übersät. Unter Look 41 findet man es, wenn man suchen möchte. Da muss man sich dann allerdings gut merken, in welcher der vielen Taschen man das Taschentuch verstaut hat 😉 Bei Taschen in Pyjamahosen bin ich also ganz bei dir. Mich hat die moderne Umhängetasche auch gleich angesprochen, für Gartenwerkzeug, für Malutensilien, aber auch zum Fotografieren unterwegs.
      Apropos Mädels und Taschen, eine Schülerin in England hat an ein Warenhaus geschrieben, warum nur die Schuluniformen für Jungs Taschen haben, „wir Mädels haben auch Sachen zu verstauen“ (einem BBC-Beitrag entnommen). Ach, wenn man mal anfängt mit dem Lesen zu Taschen, fällt man in ein Rabbithole…
      Liebe Grüße, heike

  2. Vor allem die zweite Version der „Extrataschen“ finde ich toll.
    überhaupt finde ich Taschen toll. Da ich eher Männerhosen trage, hab ich nicht so ein Problem mit Damenhosentaschen.
    Taschen in allen Variationen finde ich eh klasse 😂 wie viele Frauen. Da kommt wohl unser „Sammlergen“ der Urzeit durch. Also irgendwo müssen wir das Gesammelte ja rein tun.
    Das Frauen lange keine Taschen haben durften, wußte ich noch nicht.
    Ein sehr cooles Thema wieder.

    Ganz liebe Grüße und Danke auch auf diesem Weg für Deine Post
    Nina

    • Meine selbstgenähten Hosen haben alle große Taschen. Alle bis auf eine, auf diese ist die goldbelbe Tasche farblich abgestimmt. Zum Thema Handtaschen habe ich auch einiges gefunden, da war aber auch viel Klischee dabei, das habe ich nicht mal vermerkt. Und ich habe anscheinend missverständlich formuliert, Frauen durften schon Taschen haben, aber die in Kleidung eingenähten gab es lange nur für Männer. Für Frauen angeblich erst im 20. Jahrhundert. Dass das Thema Taschen derart politisch ist, hat sich mir auch erst seit kurzem so nach und nach erschlossen. Das Thema ist noch nicht durch.
      Einen schönen Sonntag noch und Bitte, gerne 🙂
      Liebe Grüße, heike

  3. Lustig, seid ihr beide mit dem historischen Taschenteil dabei. Überraschend weichst du von deiner Lieblingsfarbe ab.Taschen ist ein sehr sensibles Thema.Ohne geht für mich auch nicht, da wird seid jahren dran gespart. Aber ich finde es z.B. echt unästhetisch, wenn Männer alles in den Hosen habe und aussehen wie ein mutiertes Kängeruh. Die Dinge, die wir permanent dabei haben wollen, haben sich vervielfacht. Ohne große Tasche bin ich aufgeschmissen, aber Taschen in der Bekleidung brauche ich trotzdem.
    Habe gestern zum Wollefest in Leipzig deinen letztens gezeigten Pullover 2 x an Besucherinnerinen gesehen, 1 x grau und 1x in deiner Farbe.Es war ein Fest für die Sinne.
    Viele Grüße Karen

    • Ich habe eher dunkle Hosen und Röcke, meine „Lieblingsfarbe“ ist eher bei Oberteilen vertreten. Da passte dann dunkel besser. Eigentlich sollte sie Schwarz werden, aber dann fiel mir der Rest des Marimekkostoffs in die Hände, den ich für die Innenpasse meiner schwarzen Jacke verwendet hatte. Mit den roten Punkten lässt es sich dann doch mit vielem kombinieren. Und den goldgelben Stoff habe ich bewusst ausgesucht, dass er zu meinem goldgelben Weihnachtsensemble von 2024 passt. Die fließende weite Hose aus Viskosetwill hat keine Taschen… Und auch wenn ich so gut wie immer mit Umhängetasche unterwegs bin, in der Kleidung brauche ich schon allein wegen Taschentuch Taschen.
      Ich bin Pullover-Trendsetterin, wie schön 😉
      Liebe Grüße, heike

  4. Super, diese vielen Taschen hier zu sehen. Danke, dass Du die Roo genäht und gezeigt hast, die hatte ich zwar beim Durchblättern des Magazins gesehen, doch dann wieder vergessen. Ich glaube, auch für mich wäre sie eine gute Umhängetasche zum Arbeiten im Haus, im Garten, zum Färben … Eigentlich wollte ich mir schon eine extra Schürze mit großen Taschen nähen – war mir aber ob des Schnittes noch nicht einig mit mir. So eine eckige Tasche wie Roo fände ich, glaube ich, recht gut. Und vielleicht könnte ich diese auch einfach und flexibel auf das Bindeband der jeweils benutzten Schürze auffädeln. Liebe Grüße!

    • Auf das Bindeband der Schürze auffädeln ist eine gute Idee. Ich finde die Roo in der Benutzbarkeit sogar praktischer als die historische, der Tascheneingriff ist günstiger angeordnet. Und der zwischengenähte Zwickel gibt viel Volumen bei Bedarf. Du kannst sogar zu beiden Seiten Taschen auffädeln. Vielleicht setze ich doch meine erste Idee mit besiebdrucktem Canvas auch noch um, dann mit gegengleichem Eingriff.
      Liebe Grüße, heike

  5. Schön und praktisch sind deine beiden Taschen geworden, ich bin gespannt, wie oft du die tragen wirst. So eine Tasche wie die von Gabi möchte ich mir auch mal nähen. Die Geschichte der Taschen für Frauen ist ein Trauerspiel, es macht so konkret klar, wieweit es noch bis zu einer echten Emanzipation ist. Handtaschen schleppe ich sehr ungern mit mir rum, davon habe ich nur wenig. Gut, daß wir in unsere selbstgenähte Kleidung soviele und so große Taschen nähen können, wie es uns passt.

    • Da meine Kleidung eigentlich Taschen hat, werde ich sie vermutlich nur zu besonderen Gelegenheiten tragen. Oder im Urlaub, denn zum Verstauen des Fotohandys ist die eckige schon ziemlich praktisch. Ich schleppe schon meistens eine Tasche mit mir rum, aber weniger eine Handtasche als eher eine größere Umhängetasche. Praktisch muss sie sein, und mit Träger, damit ich die Hände frei habe. Was mir schon seit Langem auffällt, ich hier dann aber vergessen habe zu schreiben, ist das Fehlen von Innentaschen bei Frauenjacken. Als junge Studentin habe ich oft Wollherrensakkos vom Opa oder Wollherrenmäntel getragen, die hatten alle Innentaschen. Beim ersten selbst gekauften Wolldamenmantel dachte ich noch, die fehlende Innentasche wäre eine Ausnahme. Da wurde ich über die Jahre eines besseren belehrt. Und doch habe ich in meine wenigen selbstgenähten Jacken bisher auch noch keine Innentasche eingebaut.
      Liebe Grüße, heike

  6. Deine Ausführungen erinnern mich an die Hosen, in die ich mal nachträglich Taschen eingefügt habe – das macht wirklich keinen Spaß! Vielen Dank für die Literaturtipps. Das Buch von Yoshiko Mizuno scheint ja leider derzeit vergriffen zu sein, aber vielleicht habe ich in der Bibliothek noch Glück.

    • Ich habe das Buch vor ein paar Jahren zum Geburtstag bekommen, da war es noch lieferbar. Die ganze Reihe finde ich generell recht gut, es gibt noch ein paar mehr dieser Basic-Bücher, zu Verschlüssen, etc. Taschen bei Hosen nachträglich reparieren oder gar einfügen ist ähnlich schlimm wie Zipp erneuern. Muss aber leider manchmal sein. Dein Thema mit beidseitigem Tascheneingriff hat mich auch schon mal beschäftigt, ich habe es dann nicht weiter verfolgt. Leider scheint bei dir das Kommentieren deaktiviert zu sein, deshalb hier die kurze Anmerkung zu deiner Stoffspielerei.
      Liebe Grüße, heike

  7. Schon absurd wie sehr vernünftigt grosse Tasche „scheinbar“ einfach nicht machbar sind für Frauen. Dabei gibt es nichts entspannteres als ohne extra Tasche aus dem Haus zu gehen, was irgendwie nur funktioniert wenn man alles daheim lässt oder mit einem wintermantel unterwegs ist, da sind die Taschen doch ein bisschen grosszügig und ich kriege sogar einen Ereader in die Taschen.
    Liebe Grüsse Sabine

    • Auf der verlinkten Seite von The Pudding kann man einen direkten Vergleich von Taschen in Hosen für Frauen und für Männer gleicher Marken sehen, der Unterschied ist so krass. Und ohne erkennbaren Grund. Und nichtmal bei jedem Wintermantel hat man große Taschen. Dabei müssen da ja auch Handschuhe und Mütze und noch so einiges mehr Platz finden 😉
      Liebe Grüße, heike

  8. Danke für den Mix aus Taschentheorie und -praxis!
    Was ich mich jetzt noch frage: wie praktisch ist die Tasche am Kleid Raven? Bleibt das Zeug auch drin, wenn man sich nicht ausschliesslich würdevoll aufrecht hält, sondern viel rumhampelt?
    Liebe Grüsse Stefanie.

    • Die Tasche beim Kleid Raven macht zur Mitte hin eine Biegung nach unten, bildet also einen Sack aus. Der ist nur dezent, reicht aber aus, dass Taschentuch und auch Handy beim Bewegen nicht rausfallen. Verschärftes Rumhampeln habe ich allerdings nicht ausprobiert.
      Liebe Grüße, heike

  9. du zeigst interessante beispiele von direkte taschen in der kleidung * dass ist für kleine dünne dinge die man täglich braucht sehr wichtig * im winter und auch für diesen frühling sieht man sogar grosse tasche (wie du zeigst) direkt auf der jacke oder mantel (ist auch nicht schlecht) wenn es schön aussieht als garnitur * dein täschen in blau ist sehr nett und kann gut unter eine jacke auf reise (bahn etc) getragen werden !
    liebe grüsse
    mo

    • Für die Reise habe ich ein vor vielen Jahren gekauftes Taschenholster, unter der Achsel zu tragen. Das ist sehr praktisch und hätte ich auch noch zeigen können.
      Das kann ich mir auch gut vorstellen, solche Taschen an Jacken.
      Liebe Grüße, heike

  10. Sehr interessanter und bereichernder Artikel, solche Zusatztaschen habe ich auch einige, auch einige eher wie ein Gürtel, die ich dann im Urlaub nutze, um Wertsachen, Karte, Scheine, sicher unterzubringen. Bei den Frocktails hatte ich mir auch so ein Täschchen für Schlüssel, Kleingeld und Handy mitgenommen, um die Hände frei zu haben und gleichzeitíg alles Wertvolle bei mir zu haben. Ich finde dafür reichen Taschen in der Kleidung nie aus. Und tatsächlich reflektiere ich gerade und stelle fest, dass bei mir Sommerröcke eher Taschen haben als Winterkleider, denn da habe ich auf jeden Fall Jacke/Mantel mit Tasche dabei und die müssen in jedem Fall groß sein. Handtaschen nerven mich meist, auch wenn ich ein oder zwei besitze. LG Anja

    • Für den Urlaub habe ich ein gekauftes Taschenholster, das unter einer Achsel hängt und auch alles mitmacht. Das kommt auch bei Konzerten zum Einsatz. Gürteltaschen sind noch neu für mich. Und du hast recht, Sommerröcke brauchen auf jeden Fall Taschen. Ich habe ein paar bereits ältere Jerseykleider ohne Taschen, die kommen kaum mehr zum Einsatz. Inzwischen baue ich wo geht Taschen ein oder dran.
      Liebe Grüße, heike

  11. Liebe Heike, wunderbar, Deine Excursion in die Taschengeschichte, wir kennen alle die noble Handtasche als Statussymbol!
    Die Roo – Tasche bringt mich auf die Idee, eine Gürtel – Werkzeugtasche zu entwickeln, und ich erinnere mich an eine Klammerschürze, die mal in der burda gezeigt war, für Wäscheklammern..Der Alltag lässt frau nicht los.
    Danke fürs Mitmachen und Zeigen, liebe Grüße von Tyche

    • An Gürtel-Werkzeugtasche hatte ich auch gedacht, für das Gartenwerkzeug. Und mit Klammerschürze bin ich aufgewachsen, wir hatten eine, ebenso die Oma. War bei Wäsche im Obstgarten auf die Leine hängen einfach von Vorteil.
      Liebe Grüße, heike

  12. Ah, Tiefe Einblicke in das Thema Taschen – vielen Dank dafür! Solch eine kleine Tasche zum Umbinden besitze ich nicht – ist aber eine Überlegung wert.
    LG
    Beate

    • Gefühlt habe ich nur an der Oberfläche gekratzt, das Thema geht tiefer als mir anfangs bewusst war. Jetzt werde ich ausloten, wie und ob sich so eine Umbindetasche bei mir auf Dauer bewährt.
      Liebe Grüße, heike

  13. Die Einblicke in die Geschichte der Frauentaschen ist spannend. Sicher hat unisex mal alles angefangen mit einen Tuch dessen Ecken oben geknotet wurden wie man es ich Märchenverfilmungen noch sehen kann. Die Tropfenform ist interessant, Dein Exemplar mit dem schönen Stoff gefällt mir.
    Die 2. Version lässt mich unausweichlich an Upcycling denken weil es wie ein Teil eines Kleidungsstückes wirkt.
    LG Ute

    • Stimmt, an die geknoteten Tücher habe ich gar nicht gedacht. In Asien, vor allem in Japan, sieht man geknotete Tücher öfter mal, meist jedoch als Geschenkverpackung. Von Roo gibt es im Heft ein Beispiel der Designerin, da hat sie zwei dieser Taschen aus dem gleichen Material wie einen schlichten Rock genäht, das sieht kombiniert wie ein Designerstück aus.
      Liebe Grüße, heike

  14. Beim Kleid „Raven“, ist das so eine Beuteltasche am Bauch wie bei einem Hoodie? Oder wie ein Muff, von beiden Seiten zugänglich? Das ist ja genial! Und dein Buch zum Taschen-Nähen möchte ich mir beim nächsten Besuch mal anschauen, bitte. Die moderne Inspiration der Umbindetasche sieht fein aus, ein bisschen wie aus einer Schürze rausgenommen. Könnte ich mir auch vorstellen als Upcycling: aus einer (am Hintern) kaputten Hose rausgeschnitten. Und der Tunnel oben zum Durchziehen eines Gürtels ist ja clever! Schön, dass du jetzt gleich zwei so praktische Umbindestaschen hast! Liebe Grüße, Gabi

    • Von beiden Seiten zugänglich, wie bei einem Muff. Schön groß außerdem, und dabei kaum sichtbar. Einziger Wermutstropfen des Kleidschnitts ist, dass der Eggshape am Saum unangenehm eng zum Radeln ist, das werde ich bei meiner nächsten Version etwas entschärfen. Und du bringst mich auf Ideen, ich habe nämlich ein paar alte Hosen liegen, mal sehen, wie sich daraus mit Taschen experimentieren lässt.
      Liebe Grüße, heike

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