12 von 12 im Juli 2023

Die letzten Tage gab es beim Aufwachen tolle Schattenspiele, die Sonne schien und es war bereits heiß. Heute morgen hat es geregnet, ein Morgengewitter holte uns noch vor dem Wecker aus dem Schlaf. Kein Sonne also. Heiß war es trotzdem. Und schwül.

Also wie üblich aus dem Bett gequält, schließlich ist Arbeitstag. Auch wie üblich bekommen zuerst die felligen Mitbewohner ihr Frühstück. Als allerersten Schritt allerdings erstmal die Kaffeemaschine angeschalten.
Nach einer schnellen Dusche angezogen und mit einer Tasse Kaffee in der Hand vor der Arbeit noch ein bisschen Garten genossen. Alles frisch geputzt vom vorherigen Regen. Die Insekten und vor allem die Bienen waren schon wieder fleißig unterwegs, es summte und brummte nur so.
Ein paar frisch eingetopfte Ableger und eine gekaufte Zimmerpflanze traten im Fahrradkorb den Weg ins Büro mit mir an. Damit der geplante Urwald dort wieder ein bisschen mehr Form annimmt.
Und dann ging der Wahnsinn des heutigen Arbeitstages los. Ich kam erst wieder zum Verschnaufen und zum Fotos machen, als ich neuneinhalb Stunden später das Büro wieder verließ. Da war mein Fahrrad dann fast alleine in der Fahrradbox.
Daheim wurde ich schon sehnsüchtig erwartet. Also schnell rein, Katzen gefüttert, Schuhe gegen etwas schickere eingetauscht, und schon saß ich wieder auf dem Fahrrad.
Auf dem Weg auf die andere Seite der Stadt durch die gerade neu gestaltete Zinzendorfgasse geradelt. Ursprünglich stand einmal eine Fußgängerzone zur Diskussion, die konnte offensichtlich trotz Lage im Univiertel nicht durchgesetzt werden. Die jetzige verkehrsberuhigte Gestaltung mit viel Platz für Fahrräder dank Auflassung eines Parkstreifens ist aber schon mal ein guter Ansatz. Schließlich fahren hier täglich viel mehr Fahrräder als Autos durch. Und leider auch 2 Buslinien im 10-Minuten-Takt.
Einen kleinen Umweg an der Stadtbibliothek vorbei gemacht und ein paar fällige Bücher in die Rückgabeklappe geworfen. Dann weiter am Bahnhof vorbei zur Helmut-List-Halle geradelt.
Und mit einer Freundin zusammen ein ganz tolles Konzert genossen. Das Styriarte Festspielorchester gab im Rahmen der Styriarte zusammen mit dem Sopranisten Bruno de Sà barocke Opernarien zum besten. Die Darbietung war überwältigend und der Applaus dementsprechend. Und wurde mit 3 Zugaben bedankt. Und ja, Sopranist ist richtig. Countertenor bezeichnet den Stimmumfang des jungen Sängers nicht richtig.
Rund um die Konzerthalle ist in den letzten Jahren ein komplett neues Stadtviertel entstanden. Vor einigen Jahren war um die List-Halle (eine ehemalige Industriehalle) noch Industriebrache. Jetzt atmet alles städtisches Flair mit vielen Wohnblocks, ein paar Nahversorgern, ein paar Büros wie unter anderem einem elliptischen Büroturm und der Verlängerung einer Straßenbahnlinie. Viele der Wohngebäude in der sog. Smart City sind aus Architekturwettbewerben entstanden. So auch dieses Wohngebäude, dessen Kellerabteile in Form von Schiffscontainern vor die offenen Laubengänge gesetzt wurden. Ich habe nur noch gestaunt, war ich doch schon länger nicht mehr in der Gegend. Und die wunderbaren neuen Fahrradstreifen genossen. Der Rest des Heimwegs war weniger entspannt, 2x beinahe von der Straße gedrängt, weil ein paar Autofahrer nach einer Baustelle und in der abendlichen schwülen Hitze Nerven und Hirn gleichermaßen weggeworfen haben.
Glücklich und heil daheim dann Kontrastprogramm zur Hochkultur 😉 Ein spätes Abendessen mit Käsetoast und einem kühlen Sauerbier. Und gemütlichem Blättern in der frisch eingetroffenen neuesten Ausgabe des Uppercase Magazine.
Froh, dass die angekündigten Gewitter und Unwetter zunächst ausblieben, noch ein bisschen auf der Terrasse gesessen und mit den schnurrenden Katzen zu Füßen den Nachthimmel betrachtet.

Um dann doch noch die 12 Bilder des Tages auszusuchen und zu Caro von Draußen nur Kännchen zu schicken, die sie dankenswerterweise wie immer sammelt. Bis zum nächsten Mal.

23 Kommentare

  1. wenn man schon länger rentnerin ist, kennt man (meistens) solche anstrengenden tage gar nicht mehr. aber toll, dass er einen solch fulminanten ausklang fand! und schnurrenden katzen entspannt zuzuhören ist vorm schlafengehen sehr beruhigend!
    liebe grüße
    mano

    • Eine Aufgabe jagte die nächste, und irgendwann war es höchste Zeit zu gehen, damit ich auch noch heim und rechtzeitig zum Konzert kam. Normalerweise sind meine Arbeitstage nicht gar so arg. Spezialfall zum 12. 😉 Das Konzert entschädigte dann vielfach.
      Liebe Grüße, heike

  2. danke für deinen kommentar bei mir! nina und ich hatten uns nicht abgesprochen, aber wir mögen wohl beide die tollen zeichnungen/drucke der künstlerin. meine feige und der lorbeer sind ausgepflanzt und stehen dort, wie auch rosmarin schon seit mindestens 4 jahren. der klimawandel macht es wohl möglich…

  3. Wie schön, wenn der Tag mit einem tollen Konzert ausklingt.
    Industriedesign und -kultur finde ich schon spannend, aber ich habe kurz geschluckt, als ich die Schiffscontainerhaus sah. Kopfkino.Die Wohnungen von innen würden mich sehr interessieren.
    VG Karen

    • Der Rest des Hauses hinter den Containern ist Standard. In diesem Fall sogar geförderter Wohnbau, wenn mich nicht alles täuscht. Nicht aufregend also, aber auch nicht schlecht. Ich muss mich mal mit den beiden neuen Gebieten befassen, Smart City und Reininghaus. Da entsteht so einiges. Ehemalige Brachen werden städtisch, aber auch durchaus durchgrünt und überwiegend autofrei.
      Die Konzerthalle, die früher recht groß wirkte, geht jedenfalls jetzt fast unter zwischen der Nachbarbebauung.
      LG heike

  4. Augen– und vor allem Ohrenschmaus nach einen arbeitsreichen und bewegten Tag, das ist ja wirklich vom allerfeinsten. Und dann der Anblick des Nachthimmels mit schnurrender Untermalung…perfekt.
    Lieben Gruß von Marita

    • Es war dann wirklich ein sehr schöner Abschluss eines intensiven Tages.
      Danke liebe Marita und liebe Grüße, heike

  5. Hallo, ich danke Dir für Deine Einblicke. Ich musste eben so schmunzeln, auch bei mir bekommt zuerst die Katze etwas und dann geht es weiter. 🙂

  6. Liebe Heike,
    puh, dein Tag war ziemlich anstrengend. Wie schön, dass er noch so einen tollen Abschluss fand. Die Container an den Außenwänden sehen irgendwie verstörend, aber auch sehr interessant aus.

    LG, Heike

    • Manche Tage haben es einfach in sich. Aber er war nur intensiv, nicht unangenehm, also nicht gar so schlimm. Und das Konzert hat für alles entschädigt 😊
      LG heike

  7. Du hattest offensichtlich einen ausgefüllten Tag mit einem schönen Abschluß, Konzert und zum Schluß noch draußen in einer lauen Sommernacht sitzen.
    Lustig finde ich es, daß du fast immer nebenbei noch bei der Bücherei vorbeifährst, das mach ich genauso. Immer ist ein Buch fällig und wenn ich 5 Min Zeit habe in die Bücherei zu gehen, landen mindestens die drei nächsten Bücher in meinem Rucksack. LG Gabi

    • Seit meiner Schulzeit bin ich absoluter Fan von Büchereien und Bibliotheken. Die Stadtbibliothek hier in Graz bietet außerdem noch den Postservice an. Genau richtig für Berufstätige, die es selten zu den Öffnungszeiten hin schaffen. Um 10€ mehr an Jahresgebühr werden die ausgewählten Bücher an eine vorher gewählte Postfiliale transportiert, wo man sie abholen kann. Gleich um die Ecke meiner Arbeitsstelle ist so eine, die sogar bis 17:30 geöffnet hat. Ich bestelle also von meinem übervollen Merkzettel Bücher über die Postliste und hole sie ab. Zurückgeben über die Rückgabeklappe schaffe ich dann meistens doch, entweder auf dem Weg zur Strickrunde oder anderen Wegen. Denn leider sind alle Filialen der Stadtbibliothek nicht gerade in meinem täglichen Umkreis. Umso schöner, wenn ich dann mal einen wirklichen Besuch schaffe 😊
      Liebe Grüße heike

  8. Heinz Rahm, emigrierter Högener und Familie,
    Liebe Heike,
    jetzt muss ich mich doch mal „outen“ hier. Wie kam ich auf diesen Blogpost von dir? Ich spiele viel online-Schach mit der ganzen Welt, und ein ganz lieber Schachfreund wohnt in Graz, ich habe regelmäßig Kontakt mit ihm. Beim Rumsurfen in Graz habe ich viel über dich gelesen. Dein Blogpost gefällt mir sehr, da ich in den „letzten älteren Jahren“ eine künstlerische und poetische Ader entwickelt habe. Meine Hochachtung! Neulich waren wir nach langer Zeit wieder mal in Högen, und da haben wir Christian beim Kirchweihbaum-Aufstellen getroffen. Viele Grüße von Heinz und Familie

    • Lieber Heinz,
      Ich dachte mir schon dass du das bist. So viele mit diesem Namen kenne ich nicht. Schön dass du dich meldest. Du hast den Ort unserer Kindheit ja genauso verlassen, wenn auch durch den Altersunterschied schon früher. Ende Juli bin ich auch mal wieder ein paar wenige Tage bei den Eltern. Da werde ich auch mal wieder einen Blick auf das Fidlbauernhaus gegenüber werfen 😊
      Ganz liebe Grüße von heike
      P.s.: nicht wundern, ich habe deine Daten natürlich notiert, dann aber aus dem Kommentar entfernt, muss nicht jeder sehen.

  9. Liebe Heike,
    dein erstes Foto mit den Türen spricht mich gleich an, dann auch noch die wehende Gardine, ein schöner Blick! Trotz so langer Arbeitszeit, scheint es ein guter Tag gewesen zu sein, dein 12. Mit Konzert am Abend und einem Tagesausklang im heimeligen Garten. Ich höre noch die Grillen zirpen :-).
    Ach ja, diese Wohnstraße gefällt mir auch sehr gut.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
    Ingrid

    • Einen Tag später dann gleiches Bild, allerdings wieder mit Sonne und Schattenwurf des Gitters auf dem Vorhang 😉 Der Tag war recht intensiv in der Arbeit, keine Minute zum verschnaufen wie sonst durchaus, aber alles positiv intensiv. Und der Abend mit Konzert und Garten sitzen war ein wunderbarer Ausklang. Mehr noch als die Abendgeräusche habe ich von dem Tag jedoch das Summen und Brummen der Bienen morgens an den Blüten im Ohr. Heute sind wir wieder durch die neugestaltete Straße geradelt, es ist tatsächlich eine Begegnungszone geworden. Heißt alle haben das gleiche Recht, und die Maximalgeschwindigkeit ist 20. Wertet die Straße ungemein auf. Schön zu sehen ist, dass bereits viele Sitzgelegenheiten am Rand entstanden sind und auch fleißig genutzt werden. Bleibt zu hoffen dass das Tempo 20 besser registriert wird als in den anderen Begegnungszonen. Dass im gesamten Stadtgebiet mit Ausnahme weniger extra ausgewiesener Vorrangstraßen seit 1992 Tempo 30 ist, ist auch bei vielen bis heute noch nicht angekommen…
      Danke liebe Ingrid und dir auch einen schönen Sonntag, LG heike

  10. Diese wunderbaren Licht und Schatten Spiele mag ich auch sehr! ob nun innen, oder außen. Das Du so viel schaffen musstest, oder nur die Zeit vergessen? ich hoffe, das wiederholte sich nicht die Tage.
    Das Restprogramm war dafür ja dann ganz besonders und sehr schön
    Liebe (verspätete) Grüße
    Nina

    • Leider nicht nur die Zeit vergessen, an dem Tag hatte ich alles gleichzeitig zu erledigen und eine dreistündige Besprechung auch noch. Bis zu meinem Urlaub habe ich gut zu tun, der Urlaub ist mehr als verdient 😉 Licht- und Schattenspiel mag ich gerne, gibt auch immer recht nette Fotos. Nur nicht am 12. 😉 Das Abendprogramm war wunderbar und ein schöner Abschluss. Liebe Grüße heike

    • Klassische Musik mag ich vor allem im Konzert, also live. Im Radio ist aber auch toll. Das Konzert wird irgendwann im September im ORF übertragen.
      Liebe Grüße heike

  11. Was für ein schöner Tag,
    nach der Arbeit noch auf ein Konzert, perfekt.
    Die Straße mit den gelben Häusern sieht toll aus.
    Aber auch die Containerwohnungen sehen cool aus.
    Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

    • Die Zinzendorfgasse ist noch so eine richtig nette Vorstadtgasse, auch wenn sie schon lange Innenstadt und nicht mehr Vorstadt ist. Die Container sind spannend, aber im Sommer höllisch heiß.
      Liebe Grüße heike

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