12 von 12 im September 2022

Es ist Montag der 12. September 2022 und ein ganz normaler Arbeitstag. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, ob so ein Arbeitstag denn überhaupt was hergeben würde für 12 von 12, schließlich nimmt die Arbeit, von der ich nichts zeigen will, einen Großteil des Tages ein. Aber dann fiel mir ein, dass ich in der Stadt einiges zu erledigen hatte, und auch so gab es das eine oder andere außer der Reihe. Begleitet mich also auf einen Spätsommertag in Graz.

Endlich aus dem Bett gequält wird man dann auf dem Schlafzimmerbalkon mit so einem Himmel und dem Versprechen eines sonnigen Tages belohnt.
Ich schlürfe beim morgendlichen Schlendern durch den Garten meinen Kaffee, die Biene Nektar
Bereit zur Fahrt ins Büro. Ein Ableger einer meiner Orchideen und ein frisch eingetopfter Steckling fürs Fensterbrett dürfen auch mit.
Beim einbuchen im Büro dann die unliebsame Überraschung: Es gibt kein Wasser! Ein Wasserrohrbruch hat über das Wochenende den Keller unter Wasser gesetzt. Als ich Feierabend gemacht habe, haben sie immer noch gepumpt. Immerhin hatten wir am späteren Vormittag wieder provisorisch Wasser. Da hatten einige schon ziemlich zusammengezwickt. Ohne Wasser auch keine Klospülung.
Nach der Arbeit schnell in die Stadt und die Recreation Abo-Karten bezahlen und abholen. Das Kartenbüro ist im Palais Attems in der Sackstraße, wo auch das Kunst- und Avantgardefestival Steirischer Herbst seinen Sitz hat.
Gleich gegenüber ist der Schloßbergplatz mit der Schloßbergstiege und Blick auf den Uhrturm. Der Reinerhof rechts hinten ist im Kern eines der ältesten Gebäude von Graz. Und ich stelle mal wieder fest, wie sehr ich diese Stadt mag, die seit 27 Jahren meine Heimat ist.
Noch schnell in den Supermarkt im Untergeschoss des Traditionskaufhauses. Das vor ein paar Jahren aufwändig saniert wurde und eine immer noch nicht fertige Dachlandschaft von Nieto Sobejano bekam. Die hohe Halle ist spektakulär.
Wenn ich schon in die Stadt fahre, kann ich auch gleich die Bibliotheksbücher direkt zurückgeben und ein paar neue aussuchen. Und bei meinem Lieblings-Wollgeschäft vorbei schauen. Liegt eh direkt am Weg. Gefährlich, sowas. Da sind doch direkt ein paar Knäuel Leinenbaumwollmixgarn für eine Weste in meine Einkaufstasche gehüpft. Seit ich nicht mehr direkt im Zentrum arbeite, sind die Besuche in der Stadt (also im historischen Zentrum) spärlich. Umso mehr genieße ich dann die Gelegenheit.
Der Mann trifft mich nach dem Einkauf beim abgesperrten Fahrrad und nimmt Bibliotheksbücher und Einkäufe mit dem Lastenrad mit. Ich nehme den kürzeren aber nicht schnelleren Weg und schiebe die Sporgasse hoch. Und amüsiere mich mal wieder über die Figur, die aus einer Luke unterm Dach des Palais Saurau-Goess ragt. Dazu gibt es eine Legende über eine türkische Invasion und einen Kanonenschuss vom Schlossberg und vor Schreck aus allen Öffnungen springende Türken. Der hier blieb wohl stecken.
Durchs Paulustor dann heimgeradelt. Paulustor und Burgtor sind die einzigen noch verbliebenen Stadttore der ehemaligen Renaissance.Befestigung.
Daheim in Katzenbegleitung noch eine Runde durch den Garten. Auch mal im tiefergelegenen Obstgarten schauen, wie die Apfelernte heuer so aussieht. Gar nicht schlecht. Unsere beiden alten Apfelbäume der Sorte Kronprinz Rudolf wirken zwar schon recht mitgenommen und schwach, tragen aber alternierend Jahr für Jahr brav. Auch der Apfelbaum mit 5 Sorten, den mein Bruder selbst veredelt und mir zum 40er geschenkt hat, trägt gut.
Nach der Raubtierfütterung bekommen auch die Menschen Abendessen. Es gibt tiefergelegten Salat und Brot. Und ein Flascherl vom Selbstgebrauten.

Das war mein Tag. Jetzt setze ich mich noch eine Runde aufs Sofa und freue mich auf die anderen, die bei Draußen nur Kännchen ihre 12 von 12 zeigen. Schönen Abend noch und bis zum nächsten Mal.

16 Kommentare

  1. Auweia, kein Wasser in der Firma!? Ganz schlecht. Und einen schönen Rundgang durch einen Teil der Stadt hast du da gemacht. Graz ist schon eine feine Stadt. Aber was bitte ist ein „tiefergelegter“ Salat? Liebe Grüße, Gabi

      • Man glaubt gar nicht, wie wichtig so im Alltag dann Wasser ist. Gut, dass Du das hinter Dich hast bringen können. Was Du sonst so zeigst ist schön, dass mag ich an 12 von 12 so, was man alles kennen lernt. Und das Du auch (wie Du eigentlich bei mir schriebst) in der Bücherei warst
        Eine gute Woche
        liebe Grüße
        nina

        • Ja, wie wichtig Wasser ist, merkt man erst, wenn es mal nicht aus der Leitung fließt. Und gerade für die Klospülung wäre es langsam Zeit, Grauwasser zu verwenden. Wenn schon ständig vom Ressourcen sparen geredet wird. Außerdem finde ich es schön, dass auch bei anderen die Bücherei oder Stadtbibliothek nach wie vor ein wichtiger Teil des Alltags ist.LG heike

  2. da ist es bei der arbeit ja noch richtig „spannend“ geworden und du konntest doch noch ein foto machen ;)! graz muss eine wunderschöne stadt mit vielen schönheiten sein – dieses edle kaufhaus ist ja wohl der hit!
    liebe grüße und eine gute apfelernte! hier gibt es heute auch wieder apfelkuchen.
    liebe grüße
    mano

    • Ja, der Wasserrohrbruch hätte nicht sein müssen. Vor allem weil das Planarchiv dort unten ist. Und ja, Graz ist eine schöne Stadt. Zu allen Zeiten. Außer vielleicht bei Schneegatsch. Ich komme leider inzwischen viel zu selten in die Innenstadt. Dabei wohnen wir noch sehr zentrumsnah.
      LG heike

  3. Auch wenn man nur so nebenbei Fotos macht, nach dem ersten sehe ich dann immer sehr viel was auch noch ein Foto wert ist. Und Deine Fotos sind sehr schön geworden, Graz ist sicher einen Besuch wert. LG Gabi

    • Graz ist immer einen Besuch wert 🙂 Und du hast recht, fängt man an, findet man ständig neue Motive. Ich hatte so viel mehr schöne Fotos, die Entscheidung für nur 12 war richtig schwer.
      LG heike

  4. Über den „tiefergelegten“ Salat habe ich ebenfalls gegrübelt 🙂
    Also, dafür, dass Du am Morgen dachtest, Du hättest nix zu zeigen, sind dir sehr schöne Motive vor die Linse gehüpft 🙂 Hat Spaß gemacht, Dich zu begleiten.
    Viele Grüße
    Kristina

    • Gartenrunde morgens und abends hätte schon ausgereicht für die 12 😉 Aber es war richtig schön, mich mal wieder mit offenem Blick durch ein kleines Stückchen Innenstadt zu bewegen. Gut dass ich was zu erledigen hatte 😊
      LG heike

  5. Liebe Heike, tolle Einblicke in Deinen Tag und Deine schöne Stadt! Einen „tiefergelegten“ Salat gibt es hier auch gelegentlich, nur hieß er bis jetzt noch nicht so ;o) Das wird sich ändern…
    Ganz liebe Grüße an Dich
    Katrin

    • Merkt man, dass mein Mann im Automobilumfeld tätig ist? 😉 Der tiefergelegte Salat ist ihm zu verdanken. Das Wort und der köstliche Salat gestern 😊
      LG heike

  6. Liebe Heike, was für ein schöner Tag in Graz. Für mich ein Sprung zurück um 30 Jahre (muss fast genau auf den Tag sein), als ich das erste Mal durch die Stadt geschlendert bin! Danke fürs Schreiben, Fotografieren und Eintauchen in so viele wunderbare Erinnerungen.
    Liebe Grüße aus dem Norden!

    • Liebe Astrid, du hast mir 2 Jahre voraus mit dem ersten Mal durch Graz schlendern. Und ich hoffe, wir schaffen auch mal wieder ein gemeinsames Schlendern. Durch Graz oder durch deine auch sehr sehenswerte neue Heimat im Norden LG heike

  7. Der türkische Soldat ist ja witzig! Ich mag es, solche Details in Städten zu entdecken. Graz liegt leider in der Ecke Österreichs wo ich noch nie hingekommen bin… Aber das kann ja noch werden!
    Schön, deinen Tag etwas mitzuerleben!
    Liebe Grüße
    Nanni

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.