Nochmal Tangerine. Tangerine gegen das Novembergrau. Frau erinnert sich, Tangerine gab es schon mal bei mir zum MeMadeMittwoch, und zwar im September 2025. Und nicht zum ersten Mal kämpfe ich mit Rottönen gegen das Novembergrau an. Tangerine ist nicht ganz Rot, eher noch ein dunkles Orange. Und eine wunderbare Farbe, um das Novembergrau noch ein bisschen in Schach zu halten. Die Natur rundum gibt sich zwar auch noch alle Mühe mit der Farbe, aber der Wind schüttelt schon kräftig die bunten Blätter von den Bäumen. Und auch die Sonne zeigt sich jeden Tag weniger. Noch können wir uns allerdings über den Herbst nicht beschweren, der war wahrlich golden.
Und bevor der sonnige Herbst ganz in Nebelgrau und Kälte versinkt und es Zeit wird für die Wollpullover, zeige ich noch ein Oberteil aus einer dünnen Baumwollpopeline. Der Plan, aus der Baumwollpopeline in Tangerine einerseits ein „Herrenhemd“ und andererseits eine damenhafte Bluse zu nähen und beides dann gemeinsam zu zeigen, ging allerdings nicht ganz auf. Die Bluse ist zwar zugeschnitten, harrt aber noch darauf, dass aus den Einzelteilen ein zusammengenähtes Ganzes wird. Immerhin das Hemd wurde nun endlich fertig.
Der Schnitt
Spätestens seit ich das Saint Dress von Ann Ringstrand genäht hatte, wollte ich auch die Hemdversion nähen. Die Popeline in Tangerine drängte sich geradezu auf dafür. Wie schon beim Kleid habe ich auch das Hemd eine Größe kleiner genäht als die Maßtabelle vorgab. Die Schnitte von Ann Ringstrand sind in beiden Büchern größtenteils Oversize, meins ist das nicht unbedingt. Unisex sind sie zudem auch großteils. Aber das Hemd, obwohl von der Anmutung ein Herrenhemd, das ist für mich (BINGO!). Obwohl ich mich eigentlich nicht unbedingt als Hemdträgerin sehe. Manchmal muss man allerdings Neues ausprobieren. Wie eben ein klassisches Hemd. Mit nicht ganz klassischen Details. Und einer knalligen Farbe.
Ganz klassisch ist allerdings die Hemdpasse. Mit der Burritomethode genäht.




Mit den Ärmelschlitzen hatte ich schon mehr Schwierigkeiten. Die Anleitung ist sehr kurz und knapp gehalten, nur Text. Ich habe hin und her sinniert, es klang nach komischer Overlocknaht an einer Stelle, das kam mir seltsam vor. Dank des Mittwochs-Online-Nähkränzchens und Unterstützung von Mema, die mich in meiner Vorgehensweise bestätigten, sind die Ärmelschlitze dann zur Zufriedenheit gelungen. Und ich hoffe, ich kann mich bei einer eventuellen Wiederholung wieder daran erinnern. Zumindest habe ich nun ein Anschauungsexemplar.


Schlicht und dezent, sieht man dem Ärmelschlitz die Mühen gar nicht mehr an. Die lange Manschette und nur ein, asymmetrisch gesetzter, Knopf sind Teil des Designs. Die Ärmel sind mir in Normalhaltung etwas lang, zum Radeln hingegen optimal. Dank der Situierung des einen Knopfes kann man die Manschette auch gut einmal umschlagen.


Tragefotos
Tragefotos gibt es natürlich auch. Und ich sehe mich bestätigt, dass ich keine Hemdfigur habe. Herrenhemden haben keine Brustabnäher, die Faltenbildung zeigt an dass durchaus welche benötigt würden. Ganz so eng wie es am Rückenfoto aussieht sitzt das Hemd allerdings nicht um die Hüfte. Da ist noch gut Luft. Sieht trotzdem eng aus. Ob mir die Länge gefällt, muss ich eine Zeitlang beobachten. Kürzen geht auch nachträglich noch.


Kragen offen oder hochgeschlossen, beides möglich und gefällt auch beides.

Das ist drin:
- Schnitt/Anleitung: Saint Shirt aus Sew, 10 New Fashion Styles by Designer Ann Ringstrand
- Material: ca. 1,2m Cotton Popeline „Poppy Tangerine“ von Atelier Brunette, gekauft in der Maschenwerkstatt Graz; Knöpfe gekauft am Schneidereimarkt Wien, Verstärkung für Kragen und Knopfleisten aus dem Fundus, ursprünglich Hirt, Graz.
- Kosten: ca. 45€
- Werkzeug: Nähmaschine, Overlock zum versäubern
- Arbeitszeit: ca. 9 Stunden, mit monatelangen Pausen dazwischen

Mein diesjähriges Frühlingsjäckchen passt farblich perfekt zum Hemd. Nur mit der Ärmellänge, da hapert es. Denn das Frühlingsjäckchen hat Dreiviertelärmel. Der Tragetest mit Hemd und Jacke zusammen steht noch aus. Momentan schwebt mir ein Pullunder bzw. Slipover in der gleichen, zum Hemd passenden Farbe vor. Na, da weiß ich doch schon was mein nächstes Strickprojekt werden wird.


Hemd in Bewegung vor bunter Herbstkulisse hätten wir nun auch, beides nehme ich mit hinüber zum MeMadeMittwoch im November, nachschauen was die sich dort tummelnden gutgekleideten Frauen in selbstgemachter Kleidung denn so präsentieren.
Verlinkt mit:


