Mitte September waren wir knapp eine Woche Urlaub im Elsass und haben im Rahmen dessen auch das große Patchworkfestival im Val d’Argent besucht, besser bekannt unter Carrefour Européene du Patchwork. Erwähnt hatte ich es bereits, und auch ein paar Reiseimpressionen gab es bereits hier zu sehen (mit weiterführenden Links). Als Clara irgendwann im Frühjahr erzählte, dass sie im September beim Carrefour ausstellen würde, haben wir uns ganz schnell entschieden, unseren Urlaub im September im Elsass zu verbringen und einen Tag davon für das Patchworkfestival zu reservieren.
Und so haben wir uns am zweiten Tag des Patchworkfestivals auf nach Sainte-Marie-aux-Mines gemacht. Das Carrefour Eunropéene du Patchwork findet seit 31 Jahren jedes Jahr im September im Val d’Argent statt. Und zwar in den vier Orten Sainte-Marie-aux-Mines, Sainte-Croix-aux-Mines, Rombach-leFranc und Lièpvre. Also in genau den vier Orten, aus denen sich der Gemeindeverband Val d’Argent zusammensetzt. Und auch in den vier Orten selbst sind die Ausstellungen über mehrere Orte bzw. Gebäude verteilt. Viele von ihnen Kirchen, was dem ganzen nochmal ein ganz eigenes Flair verleiht. Ein Tag für so ein großes Quiltfestival ist ambitioniert, und so haben wir auch nur die Ausstellungen in Sainte-Marie-aux-Mines geschafft. Und auch dort nicht alle, aber zumindest fast alle.
Saint-Marie-aux-Mines abseits der Quilts gab es bereits beim Monatsspaziergang im September zu sehen.

Das Val d’Argent ist übrigens auch öffentlich gut zu erreichen. Da unsere Basis für den Urlaub in Colmar war, sind wir mit dem Zug nach Sélestat gefahren und dort direkt im Anschluss am Bahnhofsvorplatz in den Bus nach Sélestat. Dieser Bus fährt stündlich. Etwas nervenaufreibend war allerdings, dass der Bus nur soviele Reisende mitnimmt wie Sitzplätze vorhanden sind. Wer nicht mehr eingelassen wird, muss auf den eine Stunde später warten. Und am Abend das gleiche Spiel, nur noch mehr Wartende, und der Bus bei Ankunft bereits halbvoll mit Schülern. Dass bei einem Festival dieser Größenordnung, bei dem man auch noch die Anreise mit Öffis bewirbt, nicht Kapazitäten aufgestockt werden, ist mir ein Rätsel. Wir hatten Glück und haben jedesmal haarscharf die letzten Sitzplätze ergattert. Abgesehen von den Kapazitäten war die öffentliche Anreise jedenfalls sehr angenehm. Und zwischen den einzelnen Ausstellungsorten verkehren kostenlose Shuttlebusse.
Da wir noch keine Tickets hatten, haben wir zunächst den Ticketverkauf im Theater angesteuert und uns Tickets und Zutrittsbänder besorgt. Im Theater fanden auch die Vorträge statt, und es gab eine Ausstellung mit Quilts der Amish. Da die Amischen vom Val d’Argent aus Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts in die USA emigriert sind, gibt es natürlich eine besondere Verbindung mit der Kultur der Amish. Und es war ein Treffen der Anabaptisten und Mennoniten 1993, im Rahmen dessen es auch eine Ausstellung mit historischen Amish Quilts eines Schweizer Sammlers gab, das den Ausschlag für das ab 1995 alljährlich stattfindende Quiltfestival gab. Auf der Seite des Carrefour gibt es einen kurzen Abriss zur Geschichte.

Im Theater gab es dann auch mit Amish reimagined ein paar ausgewählte historische Amish Quilts aus dem International Quilt Museum in Lincoln, Nebraska (USA) zu sehen, gepaart mit modernen Interpretationen durch ausgewählte Quiltkünstlerinnen.
Von links oben nach rechts unten: Lydia Miller, Thousand Pyramids, 1975; Teresa Gai, Amish Triangles, 2026; Unbekannt, Bars, 1890-1910; Unbekannt, Sunshine and Shadows, 1910-1930; Janet Quinn, Colouracios, 2026
Für die Amish Quilts ebenso wie für die weitere Auswahl gilt, dass es die suboptimale Beleuchtung und der große Besucherandrang nicht gerade leicht gemacht haben, die ausgestellten Quilts adäquat abzulichten. Da die Eingrenzung der Auswahl an wirklich vielen qualitativ hochwertigen Quilts andererseits auch nicht einfach war, war es vielleicht von Vorteil, dass vieles nicht gut zu fotografieren war. Es sind trotzdem mehr als genug Fotos von Quilts übrig geblieben.
Als nächstes wollten wir natürlich erstmal Clara sehen. Und ihre Quilts natürlich auch. Und auch wenn ich ihre Quilts seit Jahren auf ihrem Blog verfolge, in echt waren die schon nochmal ganz anders beeindruckend. Nur habe ich mit all dem Reden kaum Fotos gemacht. Deshalb hier noch der Link zu Claras Webseite bimbambuki. Aber ein paar Fotos habe ich dann doch.







Gleich benachbart zu Clara waren die dreidimensionalen Gebilde von Heidi König.


Vom Concours International, der 2026 Habitat zum Thema hatte, haben mich 2 Quilts angesprochen. Oben Peace all around me, Rhoda Bennett, 2026; Unten Habitat, Marion Caspers. Marion Caspers ist uns dann in der Gruppenschau der Patchworkgilde Deutschland nochmal begegnet, auch dort wieder ein Quilt in Jeans gepaart mit Orange. Ebenfalls dort The Legendary Blue NuDenim von Uta Lenk.


Blau geht es weiter. Und auch die Hungarian Patchwork Guild stellte in einer Kirche aus. Alle Quilts paarten Weiß mit Blaudruck. Und von der Formensprache her eher traditionell.




Im Espace des Tisserands ging es dann wieder mehr in Richtung Modern Quilting. Sei es mit Sammelausstellungen wie SAQA Europe & Middle East, seien es die Einzelausstellungen.










Die Quilts von Sarah Hibbert haben mich in dieser Halle und überhaupt am meisten angesprochen. Deshalb noch ein paar mehr. Sie selbst konnte ich leider nicht kennenlernen, war sie doch zur Zeit unseres Besuchs bei der Preisverleihung in einer anderen Halle.


Bei Gabi langer faden gibt es auch ein bisschen was von den Ausstellungen in den anderen Orten zu sehen, die wir ja nicht geschafft hatten an unserem einen Tag. Sie war gleich schlauer und hat zwei Tage für den Besuch eingeplant. Und sie hatte die gleichen Probleme wie ich mit Beleuchtung, Schatten und Besuchern beim fotografieren. Getroffen haben wir uns nicht beim Festival, aber wir haben es geschafft uns zum Abendessen in Sélestat zu treffen. Wen ich am Festival jedoch getroffen habe, außer Clara natürlich, waren Nico von almatela und Anette von Augensterns Welt. Nico kannte ich bereits von den Patchworktagen in Dinkelsbühl, Anette hatte ich noch nicht persönlich getroffen, ihren Blog kenne und lese ich natürlich.
