Mittwoch Nachmittag im Büro. Draußen lacht die Sonne, ein kurzes Nase rausstrecken zur Balkontür zeigt, dass es auch frühlingshaft warm ist. Das Arbeiten gestaltet sich dadurch noch zäher. Wie gut dass ich eigentlich ein Päckchen zur Post bringen wollte. Die schließt immer recht früh, und außerdem sind kurz vor Schließung auch immer so viele Leute und man muss ewig anstehen. Wann macht die Post nach der Mittagspause wieder auf? Um 14 Uhr, gut, das war es gerade. Jetzt sind sicher nicht so viele Leute. Mit dem Fahrrad sind es vom Büro etwas fünf Minuten zur nächsten Post. Aber da mir auch dringend nach Kopf auslüften war, und nach etwas mehr vom schönen Wetter haben, bevor anderntags wieder eine Schlechtwetterfront heranzieht, bin ich zu Fuß losgezogen. Nur im Pullover, ohne Jacke. Und habe so noch einen kleinen zusätzlichen Spaziergang gemacht, einen Monatsspaziergang außer der Reihe.
Denn es blühte so wunderbar links und rechts des Weges. Und nicht nur Blüten in Weiß und vor allem Gelb sind mir begegnet, auch das eine oder andere Detail in Gelb sprang mir ins Auge. Nur die gelbe Post mit ihren gelben Briefkästen und Abholfächern, die habe ich nicht fotografiert. Dass das Postgelb auch wunderbar gepasst hätte, fiel mir erst hinterher ein, dort lag mein Fokus auf Päckchen versenden.
Das erste Gelb gibt es bei der Baustelle des zukünftigen Center of Physics vorne an der Ecke zu sehen. Nicht nur die Schaltafeln für die Betonierarbeiten, auch die vielen Kräne sind Gelb. Es geht flott dahin, das Bauwerk hat nun die tiefe Baugrube verlassen und ragt bereits über den mannshohen Bauzaun hinaus.
Ich biege nach links in die Harrachgasse ab und sehe vom Glacis her bereits die gelben Forsythien entlang des Stadtparks leuchten.
Ein erster Versuch, die gelbe Forsythienreihe entlang des Stadtparks abzulichten. Gar nicht so einfach, weil diese erstens recht lang ist, außerdem entweder auf dieser meiner Straßenseite zu weit entfernt, auf der anderen Seite wäre zu nah dran. Auch komme ich hier nicht über die Straße, weil Fußgängerüberquerungen in beide Richtungen ein Stück entfernt sind. Und das Glacis in beide Richtungen zweispurig und stark befahren ist. Für dieses Foto habe ich eine kurze Lücke zwischen den vielen Autos erwischt. Den Uhrturm kann man in der Ferne hinter den Baumstämmen nur erahnen.
Also bleibe ich auf dieser Seite des Glacis und gehe nach rechts Richtung Geidorfplatz und weiter die Bergmanngasse ein Stück hinunter bis zur Post an der Ecke Wormgasse/Humboldstraße.
Beim Verlassen der Post lacht mich dieses gelbe Plakat zu den Menschenrechten auf der anderen Straßenseite an. Graz trägt übrigens den Titel Stadt der Menschenrechte, hoffen wir mal, dass sich auch alle Einwohner dessen und deren weiterhin bewusst sind.Bereits am Hinweg ist mir in der Bergmanngasse dieser blühende Baum aufgefallen. Aber wie am Glacis auch hier andere Straßenseite und zu viel Verkehr. Den Rückweg mache ich deshalb auf der passenden Straßenseite und kann aus der Nähe dann auch das Summen und Brummen der vielen Bienen und Hummeln hören. Und wie passend, ist die Hausfassade dahinter zartgelb.Gegenüber des Geidorfplatzes lachen mich die weißen Blüten der Magnolienallee entlang der Parkstraße an. Es ist so schön, den kleinen Schlenker gönne ich mir jetzt.Auch die Parkstraße gehört zum Verkehrsring um die Altstadt, ist deshalb ebenso viel befahren. Die gelben Osterglocken trotzen dem Verkehr, der nah an ihnen vorbeirauscht.Die Magnolienreihe entlang der Parkstraße, vom Europaratweg Richtung Geidorfplatz gesehen. Das ist nur die eine Hälfte der Baumreihe, in die andere Richtung setzt sie sich bis zur Jahngasse fort. Drei Punkte zum Foto:
Ab wann ist eine Allee eine Allee? Wenn die Bäume nur entlang einer Seite stehen, ist es dann eine Reihe, oder darf man auch das bereits eine Allee nennen?
Laut Baumkataster der Stadt Graz handelt es sich bei den Magnolien überwiegend um Baummagnolien, Magnolia kobus. Mittendrin mit der Nummer 17194 eine einzelne Yulan-Magnolie, Magnolia denudata. Allesamt bereits am Abblühen.
Seit Jahren benutze ich regelmäßig den Radweg entlang der Parkstraße, komme mindestens zweimal wöchentlich am Straßenschild vorbei, aber dass der gegenüber der Wormgasse beginnende Fußweg in den Stadtpark einen Namen hat und Europaratweg heißt ist mir erst an diesem Tag aufgefallen.
Den Weg von der Post zu dieser Stelle hätte ich über die Wormgasse kürzer und direkter haben können. Da hatte ich den Schlenker allerdings noch nicht vorgesehen. Immerhin komme ich nun in den Genuss den Europaratweg überhaupt erst zum zweiten Mal zu Fuß entlang zu gehen und folge ihm aufwärts Richtung Maria-Theresien-Allee.
Noch ein Baum, der sich auch gut bei Astrids Baumfreunden machen würde. Im Baumkataster ist der Baum mit der Nummer 17063 als Hängehainbuche (Carpinus betulus) bezeichnet. Leider ist auch hier, wie schon bei den Magnolien, kein Pflanzjahr eingetragen, noch nicht mal ein ungefähres.Was frau so alles sieht und neu entdeckt, wenn sie einmal zu Fuß mittendurch unterwegs ist und nicht mit dem Fahrrad außenrum entlangfährt. Die Skulptur innerhalb des Kreises aus Kastanienbäumen und Betonblöcken hatte ich bisher auch noch nicht wahrgenommen.Auf der dem Parkpflegewerk zum Stadtpark beigefügten Liste der Denkmäler, Gedenktafeln und Plastiken im Stadtpark habe ich die Figur nicht gefunden. Bei der Suche dann jedoch einen sehr interessanten Blog zu allerlei Interessantem über Graz entdeckt, und dort findet sich dann auch Info zur Skulptur. Und auch zum Betonquader davor, zusammen mit dem schmalen, in den Boden eingelassenen Inschriftstreifen das eigentliche Denkmal. Beim zwischen 1988 und 2005 errichteten Wasserdenkmal „Goldwasser“ von Fedo Ertl handelt es sich um ein nie gänzlich fertiggestelltes Monument anlässlich der Fertigstellung der Wasserversorgungsanlagen vom Hochschwab. Hätte der Quader doch eigentlich vergoldet werden sollen, um so auf die Kostbarkeit sauberen Trinkwassers aufmerksam zu machen. Die besondere Qualität des Grazer Trinkwassers wird dann auch regelmäßig in den ebenso zum Denkmal gehörenden Edelstahlstreifen eingraviert. Und ich habe wieder was gelernt.Zurück am Glacis mache ich einen weiteren Versuch, die blühende Forsythienhecke entlang des Radwegs am Glacis auf Bild zu bannen. Auch der Radweg ist viel befahren, das Fotografieren gestaltet sich ähnlich schwierig wie über die Straße. Einen guten Winkel zum Fotografieren würde ich nur mitten auf der Straße bekommen. So todesmüde bin ich dann aber doch nicht. Dafür bin ich nun nah an den an dieser Stelle flächendeckend blühenden Blausternchen (Scilla).Die beiden Fahrspuren in die Gegenrichtung sind nur wegen der Ampel gerade mal so leer. Dafür staut es sich auf den beiden Spuren stadtauswärts.Ist diese Forsythienreihe in Verbindung mit den hohen Platanen nicht eine Pracht? Jedes Jahr um diese Zeit kann ich mich nicht sattsehen an diesem Bild. Und jedes Jahr wieder scheitere ich am Festhalten des Bildes. Wer dieses Bild also selbst in natura sehen möchte, sollte Graz in der zweiten Märzhälfte einen Besuch abstatten.
Ich überquere hier an der Ampel die Straße und gehe auf der anderen Seite zurück. Durch den Stadtpark wäre nur mit einem weiteren Bogen machbar. Und ich war schon lange genug unterwegs, im Büro wartet leider noch Arbeit auf mich.
Dafür habe ich von dieser Straßenseite einen guten Blick auf die Autokolonne vor der Hecke. Und die Nase gut voll mit Abgasgeruch.
Und ein paar gelbe Details finde ich auch noch.
GlacisHarrachgasse
Der Spaziergang ist zu Ende und darf auch noch zum Monatsspaziergang im März. Und auch in meinem Garten heißt es Der Lenz ist da, deshalb gibt es neben dem angekreuzten Bingofeld beim BINGO! von antetanni auch noch ein paar mehr Blüten. In Gelb und in Weiß.
Ein gelber Krokus kämpft sich durch das vorjährige Farbkraut im Farnbeet neben der Straße.Eine gefüllte Narzisse im Obstgarten. Und eine von vielen zweifärbigen Narzissen im Obstgarten. Die der Beste alljährlich beim Rasenmähen verflucht, aber doch brav rundherum mäht. Und die auch das einzige sind, was die Wühlmäuse überlebt.Die grüngelbe Wolfsmilch an der Stiege zum Obstgarten.Und natürlich unsere weiße Sternmagnolie. Mit jedem Jahr wird sie größer und schöner.
Niwibo sammelt im März Gelb, und davon gibt es bei diesem Spaziergang und im Garten genug. Und auch aus Bamberg haben wir etwas Gelbes mitgebracht. Das ikonische Gelb schlechthin, ein bzw. sogar zwei Reclamhefte. Mit Mumingeschichten. Die mussten einfach mit.
Ein toller, stimmiger Spaziergang! Bei der Skulptur am „Europaratweg“ habe ich auch noch nie Halt gemacht, obwohl ich – wie du – am Radweg Richtung Uni und auch Richtung Paulustor sozusagen sowohl ober- als auch unterhalb vorbeifahre! Wieder was gelernt! Liebe Grüße, Gabi
Eben, ich fahre auch immer nur auf allen Seiten mit dem Fahrrad vorbei. Und auch im Stadtpark bin ich nur auf bestimmten Wegen unterwegs. Memo an mich, mehr zu Fuß gehen.
Liebe Grüße, heike
Der Frühling ist jetzt, wenn dann auch noch die Sonne scheint, besonders schön. Gut, daß du dir eine Pause bei der Arbeit gönnen konntest. Wenn man aufmerksam mit Fotografierabsicht unterwegs ist, fallen auch mir immer wieder Details am Rande auf, die ich in vielen Jahren nie beachtet habe.
LG Gabi
Die Zeit für den Spaziergang war gut investiert, danach ging es mit dem Arbeiten auch wieder konzentrierter. Macht man viel zu wenig. Und seit ich für die Monatsspaziergänge fotografiere, fallen mir so viele Dinge auf, wo ich früher nicht darauf geachtet habe.
Liebe Grüße, heike
Was für ein schöner, abwechslungsreicher und vielfältiger Spaziergang. Dieser weißblühende üppige Baum ( eine Zierkirsche? Da gibt es so viele Sorten. ) ist eine wahre Pracht. Deine Versuche, die Forsythsienhecke zu fotografieren gleicht meinen vergeblichen an der Inneren Kanalstraße, einer mehrspurigen Verlängerung der Stadtautobahn, die auch auf der Grüngürtelseite von einer solchen Hecke eingefasst wird. Das hat mich in Auto-Zeiten damals getröstet, wenn ich im Stau stehen geblieben bin. Interessant auch die Magnolienallee und die Skulptur.
Bon week-end!
Astrid
Der weißblühende Baum ist ziemlich sicher eine Zierkirsche, stimmt, den habe ich gar nicht dabei bei der Aufzählung. Das Glacis ist auch Teil des Rings um die Innenstadt. Zeiten mit weniger Verkehr sind dann auch Zeiten mit schlechtem Fotografierlicht 😉 An diesem Nachmittag konnten die stauenden Autofahrer nicht nur die Hecke bewundern, sondern auch rätseln was die da ständig in Richtung Straße fotografiert 😉
Die Magnolienallee mag ich auch sehr. Der Europaratweg wird übrigens von einer Allee aus Ginkgobäumen gesäumt (Ginkgo biloba), die knospen gerade.
Liebe Grüße, heike
Ein toller, stimmiger Spaziergang! Bei der Skulptur am „Europaratweg“ habe ich auch noch nie Halt gemacht, obwohl ich – wie du – am Radweg Richtung Uni und auch Richtung Paulustor sozusagen sowohl ober- als auch unterhalb vorbeifahre! Wieder was gelernt! Liebe Grüße, Gabi
Eben, ich fahre auch immer nur auf allen Seiten mit dem Fahrrad vorbei. Und auch im Stadtpark bin ich nur auf bestimmten Wegen unterwegs. Memo an mich, mehr zu Fuß gehen.
Liebe Grüße, heike
Der Frühling ist jetzt, wenn dann auch noch die Sonne scheint, besonders schön. Gut, daß du dir eine Pause bei der Arbeit gönnen konntest. Wenn man aufmerksam mit Fotografierabsicht unterwegs ist, fallen auch mir immer wieder Details am Rande auf, die ich in vielen Jahren nie beachtet habe.
LG Gabi
Die Zeit für den Spaziergang war gut investiert, danach ging es mit dem Arbeiten auch wieder konzentrierter. Macht man viel zu wenig. Und seit ich für die Monatsspaziergänge fotografiere, fallen mir so viele Dinge auf, wo ich früher nicht darauf geachtet habe.
Liebe Grüße, heike
Was für ein schöner, abwechslungsreicher und vielfältiger Spaziergang. Dieser weißblühende üppige Baum ( eine Zierkirsche? Da gibt es so viele Sorten. ) ist eine wahre Pracht. Deine Versuche, die Forsythsienhecke zu fotografieren gleicht meinen vergeblichen an der Inneren Kanalstraße, einer mehrspurigen Verlängerung der Stadtautobahn, die auch auf der Grüngürtelseite von einer solchen Hecke eingefasst wird. Das hat mich in Auto-Zeiten damals getröstet, wenn ich im Stau stehen geblieben bin. Interessant auch die Magnolienallee und die Skulptur.
Bon week-end!
Astrid
Der weißblühende Baum ist ziemlich sicher eine Zierkirsche, stimmt, den habe ich gar nicht dabei bei der Aufzählung. Das Glacis ist auch Teil des Rings um die Innenstadt. Zeiten mit weniger Verkehr sind dann auch Zeiten mit schlechtem Fotografierlicht 😉 An diesem Nachmittag konnten die stauenden Autofahrer nicht nur die Hecke bewundern, sondern auch rätseln was die da ständig in Richtung Straße fotografiert 😉
Die Magnolienallee mag ich auch sehr. Der Europaratweg wird übrigens von einer Allee aus Ginkgobäumen gesäumt (Ginkgo biloba), die knospen gerade.
Liebe Grüße, heike