Alter Botanischer Garten Göttingen

Göttingen hat mehrere Botanische Gärten. Es gibt den innenstadtnahen Alten Botanischen Garten und dann eher am Stadtrand nahe beieinander den Experimentellen Botanischen Garten und den Forstbotanischen Garten. Ich kenne nur einen, den Alten Botanischen Garten. Und den habe ich bei meinem Besuch in Göttingen zusammen mit der dort wohnenden Freundin wieder einmal besucht.

Der Alte Botanische Garten wurde 1736 als hortus medicus gegründet. Er befindet sich in der nordöstlichen Ecke der Innenstadt direkt an die Wallanlagen angrenzend. Später (keine Angabe einer Jahreszahl gefunden) wurde der Botanische Garten um Freiflächen auf der Außenseite des Walls erweitert und ist mit diesen durch drei historische Tunnel durch den Wall verbunden.

Dieses Gewächshaus wurde 1857 als Orangerie errichtet und 1910 zum Farnhaus umgebaut. Vor der Jahrtausendwende war es baulich ziemlich marode und wurde mit Spendenmitteln saniert, im Jahr 2000 wurde es wiedereröffnet. Es steht unter Denkmalschutz. (Info von hier)

Das anschließende niedrige Gewächshaus ist leergeräumt. Es ist aber durchaus interessant, auch mal die Gebeine eines Gewächshauses zu sehen.

Auch das nächste Gewächshaus war ohne Pflanzen. Dafür scheint es für Schulungszwecke eingerichtet zu sein. Durch eine offene Tür konnte man auch in den Gang hinter dem Gewächshaus sehen, die Eingeweide quasi. Diese halbrunden Mauernischen sind übrigens die Wasserentnahmestellen der Gewächshäuser.

Hier sieht man die Wassernischen mit den Wasserbecken nochmal in einem anderen Gewächshaus in Betrieb.

Das Sukkulentenhaus
Dieser Kaktus war im Sukkulentenhaus. Das Kakteenhaus ist nur zur Blütezeit in den Monaten Mai und Juni geöffnet.

Das Gelände des Botanischen Gartens wurde einige Zeit nach der Anlage um ein größeres Freigelände auf der anderen Seite des Walls erweitert. Das Innerwallgebiet und das Außerwallgebiet sind durch drei historische Tunnel durch den Wall miteinander verbunden. Interessant, wie hier eine Eibe über dem Schlussstein des Bogens aus der Steinverkleidung des Walls wächst.

Das Freigelände wird durch den Wall auf der einen Seite und Mauer und Zäune auf den anderen Seiten begrenzt. In der Anlage soll Besuchern die Systematik des Pflanzenreichs nähergebracht werden.
Eine wirklich beeindruckende Sammlung an Taglilien.

Plopp und Platsch macht es, als wir uns den Trittsteinen über das Wasserbecken nähern. Zahlreiche Frösche haben wir unbewusst aufgeschreckt. Gut getarnt sitzen sie nun zwischen den Seerosenblättern.

Auch viele Insekten gibt es in der Anlage. Unter anderem konnten über 100 verschiedene Arten von Wildbienen nachgewiesen werden.
Nochmal lila Blüten, diesmal eine Prachtscharte.
Cosmos sulphureus, das Gelbe Schmuckkörbchen, habe ich erstmals 2008 in Laos so richtig wahrgenommen. Seither versuche ich immer wieder, Samen aufzutreiben und sie in meinem Garten zu etablieren. Heimisch ist diese Gattung anscheinend in Mittelamerika, habe ich nun gelernt.
Auch eine gute Lösung, alte Kreuzstockfenster wiederzuverwenden.

Leider ist es nun bereits 18 Uhr und ein umherlaufender Gärtner macht uns und die anderen Besucher auf die Schließzeit aufmerksam. Alles haben wir also nicht gesehen. Überhaupt sieht so ein Botanischer Garten ja zu jeder Jahreszeit wieder anders aus. Es wird also nicht mein letzter Besuch in diesem Botanischen Garten gewesen sein.

Wenn sich das Laub des Japanischen Ahorns im Herbst verfärbt, erhält diese Szenerie sicher nochmal einen ganz anderen Reiz.
Den Heimweg treten wir entlang der äußeren Gartenmauer an.
Und können mit etwas Strecken und Fotohand weit drüberhalten nochmal von oben einen Blick auf die Freianlagen außerhalb des Walls erhaschen.

Schön war’s. Im Alten Botanischen Garten und bei und mit den Freunden in Göttingen und überhaupt. Und auf den letzten Drücker gibt es somit noch einen zweiten Monatsspaziergang im Juli.

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