Hose Miller Street in Fischgratstreifen

Wie angekündigt habe ich weitergemacht mit dem Hosen nähen. Schließlich ist Bedarf da. Und doch geht es nur langsam voran. Zugeschnitten hätte ich ja bereits die eine oder andere Hose. Allein die längere zusammenhängende Nähzeit fehlt ein bisschen. Und die hätte ich schon gerne beim Hosen nähen. Auch die nun zum MeMadeMittwoch im April präsentierte Hose hat länger auf die Fertigstellung gewartet. Zugeschnitten hatte ich sie bereits Mitte November, als Backup für das Nähwochenende in Hohentauern. Begonnen habe ich mit dem Nähen dann Ende Februar. Und immer nur stückerlweise daran genäht. Zwischendurch gab es dann auch noch die eine oder andere Hürde wie Paspeltaschen hinten und zu kurzen Bund zu meistern. Kurz vor knapp quasi als Aprilscherz wurde die Hose dann endlich fertig. Und es war schon dämmrig, als dann auch der Hausfotograf endlich von der Arbeit heimkam und noch schnell Fotos an der Frau gemacht wurden. Zum Glück blüht gerade die weiße Sternmagnolie, so dass immerhin ein heller Hintergrund zur Verfügung stand 😉

Der Schnitt

Um auch mal ein bisschen Abwechslung zu haben, beim Schnitt und beim Nähen, habe ich einen für mich neuen Schnitt ausprobiert. Und zwar die Hose Miller Street aus der Ottobre 5/2023. Aufgefallen war mir die Hose, als ich auf der Suche nach Schnitten für Marlenehosen oder überhaupt Hosen mit weitem Bein war. Mir gefiel der schlichte gerade Schnitt, oben ähnlich einer Chino, mit höherem Bund, unten gerade weite Beine. Der Schnitt kam auf die Liste. Und schneller als gedacht lief mir ein Stoff für den Schnitt über den Weg. Zugeschnitten hatte ich auch schnell, nur das mit dem Nähen hat eben ein bisschen gedauert.

Wenn mich nicht täuscht, war es Anke von Grenzgänger Design, bei der ich von Wasted Fabrics gelesen hatte, die Deadstock Fabrics in 3m Abschnitten verkaufen. Dort habe ich dann diese Baumwollwebware mit eingewebten bunten Streifen (BINGO!) gefunden und bestellt. Etwas mehr als die Hälfte des Coupons habe ich für die Hose benötigt, eine weitere Hose oder eine Jacke würden sich aus dem Rest noch ausgehen. Und so sieht die Hose nun aus:

Meine Vorgehensweise

Diesmal ist der Zipp so herum eingenäht, wie es für Damenhosen üblich ist. Allerdings habe ich nicht die vorgeschlagene Anleitung aus dem Ottobre Lab verwendet, sondern den Zipp wie eigentlich immer nach der bei der Ginger beschriebenen Methode eingenäht. Nur eben mit der Extra-Herausforderung, seitenverkehrt zu denken und zu arbeiten.
Die Rückseite sieht eigentlich zwei Paspeltaschen vor. Nachdem mir die erste aufgrund des etwas instabilen Stoffs nicht besonders gut gelungen ist, habe ich dann auf die zweite verzichtet. Wenn man genau schaut, kann man noch den Strich für die zweite Tasche erkennen. So frisch ist die Hose.
Zum ersten Mal überhaupt habe ich mich an der sog. Hongkong-Versäuberung versucht. Fürs erste Mal durchaus passabel. Auch zu erkennen ist, dass ich den Bund auf der linken Seite anstückeln musste, weil er, warum auch immer, zu kurz war. Fällt zum Glück nicht allzu sehr auf und könnte als bewusstes Knopfpad durchgehen.
  • Schnitt/Anleitung: Hose Miller Street aus Ottobre 5/2023
  • Material: ca. 1,7m Baumwolle in Fischgratwebung mit weißen und bunten Streifen, Designer Deadstock, 3m-Coupon bezogen über Wasted Fabrics.
  • Kosten: ca. 27€
  • Werkzeug: Nähmaschine, Overlock zum versäubern
  • Arbeitszeit: ca. 8 Stunden

Und die Tragefotos

Wie immer die Tragefotos mit dem Kleidungsstück von so ziemlich allen Seiten fotografiert. Foto mit Bluse in Bund gibt es nicht, habe ich nicht dran gedacht, da ich meine Blusen und Tops eigentlich immer darüber hängend trage.

Die Bluse übrigens ist eine alte Bekannte. Die zweite Robinia, die ich jemals genäht habe, hier hatte sie ihren ersten Auftritt. Ja, schon wieder eine Robinia. Bzw. in diesem Fall immer noch. Und wie man sieht, passt sie ganz wunderbar zur Hose. Hat der Hosenstoff doch in den feinen Streifen farbige Einschlüsse in Safran, Rost und noch ein paar anderen Farben. Damit kann ich ziemlich viel kombinieren. Unter anderem auch die Strickjacke Azara, die letzten Freitag endlich fertig wurde. Und deshalb hier auch gleich noch ihren Auftritt bekommt.

Cardigan Azara

Der Cardigan Azara wird topdown, also von oben nach unten in einem Stück gestrickt. Ich habe ihn in der Originalwolle gestrickt, für die er entwickelt wurde. Das Bild (vor dem Spannen aufgenommen) macht nicht allzu viel her, zum Glück konnte ich den fertigen Cardigan bereits mehrmals an einer Teilnehmerin der donnerstäglichen Strickrunde bewundern, bevor ich dann endgültig beschloss, dass ich auch einen stricken möchte.

  • Schnitt/Anleitung: Azara von Katrin Schneider, über Ravelry (englische Anleitung). Die deutsche Anleitung ist nur über Rosy Green Wool zu beziehen.
  • Material: 4 Stränge Rosy Green Wool Cheeky Merino Joy in der Farbe Melange Hazelnut, gekauft in der Maschenwerkstatt Graz
  • Kosten: ca. 76€
  • Werkzeug: Rundstricknadel mit Seillänge 80cm und Nadelspitzen 3,5mm
  • Arbeitszeit: mal wieder nicht mitgezählt
  • Info auch in Ravelry hier zu finden

Der Frühling lässt sich Zeit dieses Jahr, ein warmer Cardigan lässt sich noch gut vertragen. Und Hosen kann man bzw. frau sowieso immer brauchen. Mal sehen, wer beim MeMadeMittwoch im April ebenfalls noch wärmendes zeigt und wer bereits den Frühling mit luftigerer Kleidung hervorlockt.

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20 Kommentare

  1. Liebe Heike, das ist eine tolle Hose geworden, die gut kombinierbar ist. Sie steht auch schon länger auf meiner Liste, mal schauen wann ich es tatsächlich schaffe, sie zu nähen. Auch der Cardigan gefällt mir sehr, vor allem die Farbe.
    Viele Grüße, Angela

    • Gut kombinierbar ist gut, ich freue mich, dass einige meiner Blusen nun einen wirklich guten Kombipartner haben 🙂 Und eine zweite Version der Hose in rotem Cord ist auch bereits angedacht. Dann aber vermutlich mit anderen Gesäßtaschen…
      Liebe Grüße, heike

  2. Eine sehr elegante und trotzdem auch sportliche Hose! Dass ich Marleene Hose mag, weißt Du ja schon.
    Sehr schick auch alles zusammen, so ein kuschelig, warmroter Cardigan
    Und der Fotostandort ist wirklich gut gewählt 🙂
    Liebe Grüße und schöne Restwoche
    Nina

    • Ich mag Marlenehosen auch, trage sie nur nie. Wegen unpraktisch bei Fahrrad und so. Aber inzwischen ist mir das wurscht. Den Fahrradtest hat die Hose heute bereits bestanden, mit hölzernen Wäscheklammern alles perfekt gehalten. Elegant und sportlich, genau das wollte ich erreichen, bürotauglich eben. Und dass die Hose vor der verputzten Gartenmauer nicht zur Geltung kommt, das hatte ich am Nachmittag ausprobiert. Bei Dämmerung dann schon gar nicht. So kam die Sternmagnolie zu ihrem großen Auftritt 😉
      Liebe Grüße, heike

  3. Oh, die Hose steht dir ja ausgezeichnet! Tolle Details. Vorallem die Innenversäuberung schaut klasse aus! Feiner Stoff mit feinem Schnitt kombiniert!

    Und dein neuer Cardigan schaut so schön kuschelig warm aus.

    Liebe Grüße,
    Maria

    • Das erste Mal, dass ich diese Art von Innenversäuberung gemacht habe. Der knallige Akzent gefällt mir gut 🙂 Und passt mit dem Cardigan zusammen 😉 Der wirklich angenehm warm für die jetzigen doch noch nicht ganz so lauen Temperaturen ist.
      Liebe Grüße, heike

  4. Du hast schon die 2. Hose dies Jahr fertig genäht, beneidenswert! Das ist ein feiner Stoff und ein schöner Schnitt. Sie passt gut zu dir und zur Bluse und Jacke. Die Jacke hat wieder dieses schöne warme Rostrot, das Strickmuster im Vorderteil wird sicher auch gut wärmen. LG Gabi

    • Ich habe gerade Bedarf an Hosen, bei meinen vielgetragenen gibt gerade stellenweise der Stoff auf. Werde ich zwar auch flicken, aber fürs Büro braucht es neue Hosen. Der Stoff trägt sich angenehm, ganz weich, habe ich heute bereits getestet. Die Jackenfarbe war ein Glückstreffer, gesehen und schockverliebt. Mit der Form der Jacke, vor allem der Schulter und Ärmelansatz, fremdele ich noch ein bisschen. Das Muster im Vorderteil macht allerdings vieles wett 😉
      Liebe Grüße, heike

  5. Liebe Heike,
    so eine schicke Hose – und dann auch noch selbst genäht, wow! Ich beneide dich. Auch die beiden Oberteile sind super geworden und es ist insgesamt ein tolles Outfit!
    Liebe Grüße
    Ingrid

    • Danke liebe Ingrid 🙂 Aufgrund ihrer Farbe und Schlichtheit ist die Hose ein guter Kombipartner für alles mögliche in meinem Kleiderschrank, nicht nur für die Bluse und die gezeigte Strickjacke.
      Liebe Grüße, heike

  6. Toll sieht sie aus, deine Hongkong Versäuberung! Die Garderobe aufgestockt mit einem Teil, das zu Vielem passt! Welch glückliche Fügung, mit den rostroten und curryfarbenen Einsprengseln im Stoff. Wow, du bist echt schon sehr fleissig und produktiv gewesen, dieses Jahr. Die zweite Hose, die zweite (?) Strickweste, und schon einige Blusen. Ich habe ein, zwei Frühlingsprojekte vor und bekomme gerade richtig Lust darauf, jetzt, wo es wärmer wird. Ich bemühe mich, das eine Blusenkleid bis zum Nähtreffen am Sonntag zuzuschneiden Liebe Grüße, Gabi

    • Die Hose ist sogar richtig bequem, nicht nur gut kombinierbar. Und du liegst fast richtig, die zweite Strickjacke ist fast fertig, mitten im Kragen ist mir die Wolke ausgegangen und ich muss zwangspausieren. Kleid nähen ist auch bei mir angesagt am Sonntag, bis zum Nähtreff also.
      Meine Kommentierunde beim MMM werde ich wohl erst Freitag Abend schaffen.
      Liebe Grüße, heike

  7. Ich habe erst vor wenigen Wochen eine Jeans mit Schrägbandversäuberung am Bund genäht. Allerdings musste ich nochmal auftrennen, da das Schrägband verhindert hat, dass der Reißverschluss sich 100% schließen lässt. Hab dann bei meinen Kaufhosen geschaut und die klappen die vordersten Zentimeter des Bundes normal ein, damit nichts am Reißverschluss blockiert. Du hast es auch so genäht wie ich vor dem Auftrennen. Klappt das bei dir?
    Grüße, Tina

    • Ich habe mir die Frage auch gestellt, wie das am Bundende am besten gehandhabt wird. Ottobre schweigt sich da leider aus. Ich hatte keine Lust auf suchen, deshalb habe ich nach Gefühl genäht. Mein Ende des Schrägbands ist zum Bundende hin umgeklappt angenäht, verschmälert quasi. Deshalb ist da nichts im Weg, der Zipp lässt sich schließen. Beim nächsten Mal würde ich von Anfang an das Schrägband nicht bis ganz zum Ende annähen, damit der Bund am Verschluss „normal“ genäht werden kann.
      Liebe Grüße, heike

  8. Deine Hose sieht toll aus. Ein richtig cooler Schnitt, der auch perfekt zu den von dir ausgewählten Stoff passt. Ich lese zum ersten mal von der Hong-Kong-Versäuberung. Man lernt halt nie aus. Sehr interessant.
    Liebe Grüße, Katja

    • Der Schnitt ist cool, der hat Wiederholungspotential. Diese Art von Versäuberung kannte ich von Kaufhosen, dass das anscheinend Hongkong-Versäuberung heißt, habe ich jetzt erst gelernt.
      Liebe Grüße, heike

  9. Die Hose sieht toll aus! Und scheint ja wirklich der perfekte Kombipartner in deiner Garderobe zu sein – das sind doch alles deine Farben! Vom Cardigan bin ich sehr begeistert, so ein ähnliches Modell möchte ich mir auch stricken.
    Liebe Grüße von Doro

    • Der Hosenstoff war wirklich ein Glücksfund 😊 Farbe und Vorderpartie beim Cardigan gefallen mir sehr gut, mit der Schulter/Ärmelansatzpartie fremdele ich noch. Mal sehen was das Spannen noch herauskitzelt.
      Liebe Grüße, heike

  10. Puh, du legst ja ein super Tempo vor in diesem Jahr. Da muss ich mir was abgucken! Weil momentan will es bei mir irgendwie nicht laufen…
    Deine Hose sieht auf jeden Fall sehr schick aus und steht dir sehr gut. Noch dazu mit den tollen Kombimöglichkeiten. Perfekt!

    LG Miriam

    • Also irgendwie lief es bei mir gefühlt auch länger nicht so recht. Momentan geht es. Vermutlich weil ich nun wirklich lange über manchen Nähplänen gebrütet habe und sie nun endlich einen nach dem anderen umsetze. Und auch wenn es anders wirkt, mein Fundus an brauchbaren Hosen ist gerade sehr zusammengeschrumpft, da brauche ich tatsächlich Nachschub. Deshalb nähe ich mich nun durch diverse Schnitte. Und bin froh über jeden gelungenen 😊
      Liebe Grüße, heike

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