August ist Ferienzeit. Und obwohl wir keine Schulkinder im Haus haben, waren wir ein paar Tage unterwegs. Hätten wir uns den Termin aussuchen können, wären wir im August nicht nach Pula bzw. Kroatien gefahren. Viel zu heiß. Was auch immer sich die Konzertveranstalter dabei gedacht haben. Heiß war es dann wirklich an den beiden Tagen die wir dort waren, und auch während der Anreise. Also haben wir beim Sightseeing auch den einen oder anderen kühleren Ort aufgesucht. Und dabei ein bisschen Kunst entdeckt. Es gibt also mal wieder Kunst in unterirdischen Tunneln zu sehen. Diesmal in Pula.
Zuerst sind wir jedoch zur Festung hinaufgestiegen. Pula liegt an der Südspitze von Istrien in Kroatien und war im 19. und frühen 20. Jahrhundert der wichtigste Militärhafen der österreichischen Habsburgermonarchie. Davor war es seit dem Mittelalter einige Jahrhunderte unter venezianischer Herrschaft. Und noch weiter zurück fanden auch die Römer den Ort und den Naturhafen für eine Siedlung prädestiniert. Und haben einige auch heute noch das Stadtbild prägende Bauten hinterlassen. Die römische Arena unter anderem. Aber auch ein paar Torbögen und einen Tempel, die jedoch allesamt wiedererrichtet wirken. Die Altstadt ist klein, aber fein. Für einen Badeurlaub gibt es bessere Orte in Kroatien, es lassen sich in der Umgebung aber durchaus schöne Buchten finden. Mindestens einen Spaziergang durch Pula wird es also noch geben, drüben am Reiseblog.
Vom Quartier nahe den Giardini geht es erstmal an den Resten der Stadtbefestigung entlang. Nicht nur der Hund hat etwas entdeckt, auch ich sehe etwas. Nämlich einen Stein mit Verzierungen unter all den glatt behauenen Steinen. Da sind noch ein paar. Sieht aus als wären ein paar römische Grabsteine mit verbaut worden. Zum Glück geht es nicht allzu hoch hinauf, denn es hat bereits wieder über 30 Grad, und nicht der ganze Anstieg liegt im Schatten.Die venezianische Festung ist heute ein kleines Museum.Das Tor zur Festung. Und es gibt einen Aussichtsturm, den man offensichtich besteigen kann. Die Habsburger haben sich gerne italienische Baumeister geholt (siehe Graz), die Venezianer haben hingegen einen Franzosen beschäftigt, um die Festung von Pula nach damals neuesten Verteidigungsbaukenntnissen zu errichten.Panoramablick auf den Hafen (mit dem üblichen Knick in der Optik). Links der Glockenturm gehört zum Franziskanerkloster. Rechts ist gerade noch die römische Arena zu erkennen.Im Innenhof spendet eine riesige Platane Schatten, und alle scharen sich darunter. Mein Freund der Baum fürwahr.Auch wir haben den Schatten gesucht.Auch die Kunst ist militärisch in dieser Festung. Janez Boljka, „Nikad Oruzja“, 1968. Keine Waffen oder so ähnlich kann man den Titel übersetzen.
Die Ausstellung zu den Befestigungsanlagen rund um Pula und auch zum Leben in den Befestigungsanlagen war dann interessanter als gedacht. Und es war kühl in den Räumen.
Dort wo wir uns jetzt mittels Aufzug hinbegeben, ist es allerdings auch kühl. Nämlich in die unterirdischen Gänge im Felsen. Dort hat es konstante Temperaturen, kein Wunder dass so viele dort unten die Abkühlung gesucht haben. Es gibt eine Mezzanin-Ebene, auf der Karte gelb eingezeichnet, die ist nur von der Festung aus zu erreichen. Die sog. Zero-Straße darunter kann über Eingänge an 4 Stellen in der Stadt betreten werden und befindet sich mehr oder weniger auf Stadtniveau.Die MezzaninebeneDie Ausstellung hat militärischen Charakter und ist recht klein, war also schnell gesehen.Auf der Ebene der Zero-Straße ist es genauso feucht bis nass, aber schon etwas künstlerischer.Es gibt eine wohl permanente Ausstellung zur nur kurz bestandenen Straßenbahn in Pula.Und eine temporäre Kunstausstellung. Die Erläuterungstafeln waren nur kroatisch, deshalb keine weiteren Infos zu den Werken.So, genug abgekühlt, wir streben dem Ausgang und der Hitze zu.