Unterwegs bin ich öfter mal. Und so gut wie immer ist eine Handarbeit dabei. Manchmal sogar mehr als eine. Auch diesen Juli war ich unterwegs. Mit dem Zug zu einem Nähwochenende unserer Online Nährunde. Und weil sich die lange Strecke auch lohnen sollte, gab es davor und danach auch noch ein paar Stationen am Weg.
Mit dem Zug durch halb Österreich und halb Deutschland, 11 Stunden insgesamt waren wir unterwegs. Dank einer noch recht neuen Direktverbindung mit einem ICE zwischen Graz und Münster war die Anreise zur ersten Station recht komfortabel ohne Umsteigen. Und Ankunft pünktlich auf die Minute. So viel Glück hatte ich danach nicht mehr mit der Deutschen Bahn.
Angesichts der langen Zugfahrten, die ich geplant hatte, habe ich neben dem allgegenwärtigen Strickzeug nach langer Zeit auch mal wieder mein Langzeit Stickprojekt hervorgekramt und mitgenommen. Kreuzstich mit Seidengarn einfädig auf 13er Leinen. Daran sticke ich aufgrund der Winzigkeit der Kreuzstiche immer nur bei gutem Tageslicht. Im Winter ruht es also, und auch generell geht es nur langsam voran. In zwei Jahren habe ich gerade mal die drei Felder geschafft, das ist etwa ein Drittel des Musters. Aber ich habe keine Deadline und kann deshalb immer dran sticken wenn ich gerade Lust habe. Und für die Zugfahrt hatte ich mal wieder große Lust.
Ans Foto machen habe ich erst gedacht, als ich schon ein paar Reihen gestickt hatte.Erste Station: KölnBeim Abendspaziergang zum Beine vertreten nach der Ankunft entdeckt.Der Grund für den Zwischenstop war die große Yayoi Kusama Ausstellung im Museum Ludwig. Noch am Tag des Ausstellungsbesuchs ging es weiter zur nächsten Station. Mettingen im Tecklenburger Land, NRW. Dank eines Böschungsbrands, zu dem es später ein Bekennerschreiben gibt, waren wir statt der genannten zweieinhalb Stunden fast fünf Stunden unterwegs. Auch weil uns beim Umsteigen der Anschlusszug vor der Nase davonfuhr. Zwischendurch dachten wir ja schon, wir müssen im Zug auf der Strecke übernachten, weil nichts mehr ging. Immerhin, bei meiner Stickerei ging einiges weiter.
Das Wochenende ist dann Erholung pur. Nähen, plaudern, essen, erholen. Den Sonntag gab es bereits bei 12 von 12 im Juli zu sehen.
Am Montag Vormittag dann die nächste Zugfahrt, es geht nach Braunschweig. Ankunft mit etwa 40 Minuten Verspätung. Und ich treffe Mano beim Kloster Riddagshausen. Ein sehr schöner Nachmittag und Abend wird das. Und passen die Farben des Graffiti nicht gut zu meiner Stickerei?
Braunschweig mache ich dann anderntags unsicher. Berichtet habe ich darüber im Detail und von Kirche zu Kirche hopsend.
Die geplanten 50 Minuten Zugfahrt nach Göttingen dauerten dann auch länger. Denn der reservierte Zug fiel aus, und der Ausweichzug hatte Verspätung. Diesmal habe ich das Strickzeug ausgepackt, für die Stickerei war ich in dem Moment zu aufgeregt. Das Pascuali Pinta Garn lässt sich auch mit schwitzigen Händen noch einigermaßen stricken…
Aber ich komme noch am selben Abend an, mit „nur“ etwa eineinhalb Stunden Verspätung. Die Freundin holt mich vom Bahnhof ab, und alles ist gut.
Anderntags spazieren wir durch die Stadtzum Alten Botanischen GartenNach einem kurzen Zwischenstopp in Nürnberg ging es weiter in die alte Heimat in der Oberpfalz.Am Zielbahnhof begrüßt mich schon ein Plakat mit dem Festival, auf dem meine Schwägerin, Nichten und Neffe auftreten und zu dem ich natürlich auch gehen werde. Und der Beste begrüßt mich, der mit dem Auto von Graz angereist ist und mich abholt.Am Hof meines Bruders begrüße ich die große Eiche auf der Hofweide. Und auch sonst gibt es großes Hallo 😉
Freitag haben wir noch weiteres Programm. Wir holen die liebste Cousine ab und fahren zur Besichtigung der Glaskathedrale in Amberg. Und weil wir schon mal so nahe sind, besuchen wir auch noch den Europatempel und die Asphaltkapelle in Etsdorf. Das im Bild ist die Schiffgasse in Amberg, dort essen wir zu Mittag, bevor wir den Tag bei der Cousine mit ihrer Familie ausklingen lassen.
Tagsüber waren wir am Samstag bei meinen Eltern, am späten Nachmittag haben wir meine Mutter eingepackt, denn es war soweit. Die Familienband trat beim Bright Mountain Festival auf. Bereits zum vierten Mal, aber das erste Mal dass es mir möglich war sie auch zu sehen und zu bejubeln. Highway to Helldrich ist eine Coverband, und ich bin genauso begeistert wie die Menge, wenn nicht noch mehr.
Bei der Heimfahrt am nächsten Tag hatte mich dann ein grippaler Infekt voll im Griff, und auch die ganze darauffolgende Woche.
Kater Kasimir genießt das Kuscheln am Sofa und dass der Quilt mal wieder ausgebreitet ist und er mit drauf liegen darf. So weit bin ich gekommen während meiner zehntägigen Deutschlandreise. Zwei Wochen später war ich wieder unterwegs. Diesmal mit dem Flixbus nach Pula in Istrien, Kroatien. Beim Start war ich so weit. Dank der durch den Infekt erzwungenen Ruhe und weil es gerade auch so richtig Spaß machte, das Sticken.
Noch ein Konzert, diesmal Nick Cave and the Bad Seeds in der Arena Pula.Derzeitiger Stand. Fortschritt: ein weiteres Fald ist fertig, und noch eins angefangen. Ich bin nun über der Hälfte.
Unterwegs mache ich Kreuzstiche, und beim BINGO! von antetanni mache ich ein Kreuz beim entsprechenden Feld. Passt und läuft!