Monatsspaziergang im Mai 2026

Meine schöne Wahlheimatstadt Graz hätte zwar noch so einiges zu bieten, aber ab und zu ein Ausflug woanders hin ist auch mal ganz gut. Noch besser ist ein Wochenende in der alten Heimat. Vor allem wenn man mit lieben Menschen Geburtstag feiern kann. Und rund um die beiden Geburtstage fand auch noch eine Maiwanderung zum 1. Mai Platz. Und ein kurzer Sonntagsspaziergang, bevor wir uns mittags wieder ins Auto gesetzt und die etwa 480km nach Graz zurück gefahren sind. Zum Monatsspaziergang im Mai gibt es nun den Sonntagsspaziergang. Also, für uns war die Inspektionsrunde zu den Kühen ein Sonntagsspaziergang. Für den Bruder war es Alltag.

Die Kühe meines Bruders sind derzeit auf drei Wiesen verteilt. Die große Hofweide teilen sich ein paar Kühe und das jüngste Kalb. Nett von ihnen, dass sie für das Foto zum Laufstall herauf gewandert sind.
Das Kälbchen ist gerade mal zwei Tage alt.

Nach den am weitesten entfernten Kühen haben wir am Vortag gesehen. Nun machen wir uns auf den Weg zur Weide vor dem Dorf.

Schon zu Zeiten der Großeltern gab es diese blühende Fliederhecke oben an der Stützmauer entlang der Straße. Und auch den Sußbirnbaum, der nun leider aussieht als wolle er eingehen. Mein Bruder hat zwar bereits Reißer abgenommen und Ersatz gepflanzt, trauert aber trotzdem um den schönen alten Birnbaum.

Die Sußbirne, auch Sousbirn, ist eine alte lokale Sorte, vor allem im Fränkischen. Die Bäume sind großwüchsig und können sehr alt werden, auch weit über 100 Jahre. Die Früchte sind klein und zwar zum Frischverzehr geeignet, werden aber auch gerne zum Weiterverarbeiten, vor allem zum Brennen, verwendet.

Auf der Obstwiese vor dem Dorf gibt es auch noch ein paar Obstbäume, die unser Opa gepflanzt hat. Die meisten hat jedoch mein Bruder gepflanzt.

Mein Bruder deaktiviert den Elektrozaun und wir steigen drüber, um auf die Weide zu gelangen.

Vom anderen Ende der großen Weise sieht man die Obstbäume nicht mehr, und auch das Dorf ist hinter der Kuppe verschwunden.
So sorgt die Natur für Pflanzenvermehrung, in diesem Fall Apfelbäumchen. Die Apfelkerne werden von den Kühen ausgeschieden und finden im Kuhdung einen optimalen Nährboden.
Am Ende der Wiese gibt es ein kleines Wäldchen. Wir steigen den Hang hinunter. Im Sommer findet die Kuhherde hier Schatten und hält sich gerne in diesem Wäldchen auf. Momentan ist dieser Bereich jedoch für die Herde abgetrennt.
Ein paar späte Blüten der Buschwindröschen. Das Dorf liegt auf über 530m üNN
Das Große Zweiblatt (Listera ovata) ist eine heimische Orchideenart, die in ganz Deutschland verbreitet ist. Die Blütenansätze sind bereits erkennbar.
In dieser Gemeinde wurde in den frühen 1970ern eine Flurbereinigung durchgeführt und aus vielen kleinen Äckern und Wiesen mit Hecken dazwischen relativ große Ackerflächen geschaffen (jedoch nicht zu vergleichen mit den riesigen Ackerflächen in landwirtschaftlichen Gunstgebieten). Und doch haben sich, wohl auch wegen der Felsen, immer wieder Heckenbereiche erhalten.
Größere und kleinere Steinbrocken im Gelände sind hier keine Seltenheit. Nicht umsonst hieß die Oberpfalz manchmal auch die Stoapfalz und gibt es den Spruch „Ma kannt fast moina dou wachsadn Stoi“, man könnte meinen hier wüchsen Steine.
Dazwischen auch der eine oder andere wilde Obstbaum, hier ein paar Wildbirnen.
Und da ist sie, die Herde.

Wenn man genau hinsieht, kann man auf dem Foto die dünnen Schnüre des Elektrozauns erkennen. Die Weide ist in mehrere kleinere Bereiche unterteilt. Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre wendet mein Bruder seit einiger Zeit das Prinzip des Mob Grazing an. Dabei werden immer nur kleine Flächen für kurze Zeit beweidet, um den anderen Bereichen mehr Zeit für die Regeneration zu geben. Da es jedoch das ganze Frühjahr sehr trocken war, wächst das Gras kaum und es ist trotzdem schwierig genügend Futter für die Herde zu haben.

Mein Bruder unterwegs zu den Tieren, um ein weiteres Weidestück zum Beweiden freizugeben. Das Foto wo sie ihm in einer Reihe folgen ist leider nichts geworden.
Wir bleiben derweil außerhalb stehen und betrachten die Flora und Fauna am angrenzenden Trockenrasenhang. Auch einige Silberdisteln wachsen hier.
Und Steine…
Und Schlüsselblumen.

Das Birgland gehört zum Naturraum Fränkische Alb, genauer zur Mittleren Frankenalb, hier auch manchmal Oberpfälzer Alb oder Oberpfälzer Jura genannt, weil ja in der Oberpfalz und nicht im angrenzenden Mittelfranken gelegen. Das Kalkgestein des Jura ist stellenweise nur von einer dünnen Erdschicht oder gar nicht überdeckt. An Südhängen finden sich stellenweise Trockenrasen. So wie hier eben.

Die Schlehenhecken (Prunus spinosa, auch Schwarzdorn) sind schon fast abgeblüht
Noch ein letzter Blick zurück auf die Herde. Nun schon wieder von außerhalb des Elektrozauns, der auch wieder aktiviert wurde. Das Zaunbauen ist auch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Weidebauern.
Noch ein letzter Blick auf die Obstwiese und den besonders schön blühenden Apfelbaum.
Auch im Dorf gibt es prägnante Bäume.
Der Stadel vom vorherigen Bild nochmal aus anderer Perspektive, mit Akazie im Hintergrund und Apfelbaum vorne.
Einer der letzten noch verbliebenen Erdkeller im Dorf. Den Erzählungen nach gehörte zum Hof meines Bruders früher auch so ein Erdkeller. Der musste allerdings in den späten 1960ern dem Bau der Kreisstraße durch das Dorf weichen, der Zugang lag ungefähr da wo jetzt die Betonstützmauer mit der Fliederhecke ist.

Früher gehörte zu jedem Hof auch eine Hüll. Das war ein mit Lehm abgedichtetes Wasserbecken, das als Viehtränke und noch viel mehr diente. Auf der karstigen Hochfläche der Alb konnte nur so Wasser über längere Zeit gehalten werden. Heute sind diese Hüllen allesamt verschwunden.

Und wir sind wieder am Ausgangspunkt, dem Hof meines Bruders, angelangt.

Die Sußbirne und auch die anderen Birn- und Apfelbäume schicke ich zu Astrids Baumfreunden, wo gerade auch passenderweise ein Apfelbaum vorgestellt wird.

Nachdem in den Kommentaren so viel Interesse angeklungen ist, verlinke ich hier noch ein Filmchen aus der ARD Mediathek aus der Reihe Bayerische Landgeschichten über den Hof meines Bruders. Mein Bruder kann das so viel besser erklären als ich 🙂

Das war ein schöner Spaziergang bei prächtigem Maiwetter. Die Maiwanderung vom 1. Mai und die Auflösung ob wir dabei tatsächlich Frauenschuhorchideen gesehen haben gibt es am Zweitblog zu sehen. Und nun freue ich mich auf eure Monatsspaziergänge.

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30 Kommentare

  1. Hallo, liebe Heike, einfach schön, so von der Heimat Nachrichten zu erhalten. Dazu noch botanisch-informativ. Aus Graz! Wann hatte denn dein Papa genau Geburtstag? Da will ich ihm schon gratulieren, auch nachträglich. 85?
    Liebe Grüße von Heinz und Familie

    • Hallo Heinz, es war mal wieder Zeit in die alte Heimat zu fahren. Vor allem natürlich wegen dem Geburtstag. Und ja, es war der 85., am 2. Mai.
      Liebe Grüße heike

  2. Ein Spaziergang mal anders liebe Heike, aber auch schön und vor allem so sonnig.
    Die vielen Obstbäume gefallen mir und von den Kühen hätte ich gerne noch mehr Bilder gesehen.
    Dir einen schönen Sonntag, lieben Gruß
    Nicole

    • Von den Kühen hätte ich auch gerne mehr Bilder gehabt, aber sie waren leider meist zu weit weg. Und der Zoom bei meinem Handy ist echt schlecht, kann man ja beim Kälberfoto sehen. Sonnig war es an dem Wochenende, wenn auch meist ein kalter Wind blies.
      Liebe Grüße heike

  3. Ich finde es immer spannend seine übliche Wege zu verlassen und woanders neue Wege zu erkunden. Ein ganz wunderbarer Sommerspaziergang auf den du uns heute mitnimmst. So schön die Fränkische Alp, ich mag diese ländliche Idylle sehr gerne und besonders die Kühe.
    Dir einen schönen Sonntag und liebe Grüße,
    Claudia

    • Ich habe da noch die Maiwanderung in petto, da habe ich aber noch zu viele Fotos 😉 Wie sehr mich die Kindheitslandschaft geprägt hat, habe ich an diesem Maiwochenende wieder gemerkt, mir ging auf all den Wegen in der Natur so richtig das Herz auf. Mit der Obstbaumblüte und dem frischen Grün ist es gerade aber auch eine besonders idyllische Jahreszeit. Die Kühe sind die einzigen auf der Weide weit und breit, und schon deshalb immer wieder ein beliebtes Fotomotiv.
      Liebe Grüße heike

  4. Was so Idyllisch auf den Fotos aussieht und für euch Besucher wahrscheinlich auch ist, ist sicher mit viel Arbeit für deinen Bruder verbunden. Eine wunderschöne Jahreszeit mit dem erwachen der Natur und den blühenden Obstbäume.
    L G Pia

    • Ja, die Landwirtschaft ist eine harte Arbeit. Und so wie ich nach dem Großwerden mit einem Bauernhof (damals noch eine konventionelle Landwirtschaft) wusste dass das nicht meins ist, wusste mein Bruder dass er später gerne Bauer werden würde. Zunächst im Nebenerwerb, hat er die Zimmerei bald aufgegeben und führt den Hof nun schon lange im Vollerwerb. Und er hat von Anfang an auf Bio umgestellt. Und auch Kühe auf der Weide müssen versorgt werden. Daneben noch Getreideanbau und die vielen Obstbäume, die auch geschnitten und gepflegt werden müssen, und die Saftpresse im Herbst, Arbeit ist genug vorhanden.
      Natur ist auch genug vorhanden, und bei den Spaziergängen mit dem Bruder lerne ich immer viel dazu, weil er so viel weiß und sich für so vieles in der Natur interessiert. Gerade ist natürlich eine besonders schöne Jahreszeit dafür.
      Liebe Grüße heike

  5. Das erinnert in vielerlei Hinsicht an das Dorf meiner Kindheit: die Steine ( bei uns Muschelkalk mit Versteinerungen zuhauf ), die Obstbaumwiesen, die Trockenheit. Nur Weideviehzucht gibt es nicht mehr. Da hat dein Bruder wohl auch eine Leidenschaft wie mein Vater selig, die alten Obstbäume zu mehren. Der Birnbaum ist ja beeindruckend.
    Mein Spaziergang ist ein krasser Kontrast zu deinem heute!
    Hab einen guten Tag!
    Astrid

    • Versteinerungen haben wir beim Steine klauben auf den Ackerflächen in der Kindheit auch immer mal wieder gefunden. Eine besonders schöne Schnecke hatte ich lange. Weideviehzucht gab es hier auch lange nicht mehr, mein Bruder hat erst wieder damit angefangen und ist auch im Dorf und in der Umgebung der einzige. Und er hat nicht nur die Obstbaumwiese unseres Opas vergrößert und weitere angelegt, er kümmert sich auch um Streuobstwiesen in der Hersbrucker Alb. Alte Obstsorten sind seine Leidenschaft. Der Birnbaum ist beeindruckend, umso schlimmer dass er nun aussieht als würde er es nicht mehr lange machen. Die Trockenheit der letzten Jahre war nicht gerade gut für die Natur, so lange Trockenheitsperioden gab es meiner Erinnerung nach bisher nie.
      Deinen Spaziergang und die anderen werde ich mir an den nächsten Abenden in Ruhe ansehen, zwischen diversen Terminen wird ihnen nicht gerecht.
      Liebe Grüße heike

  6. Gern bin ich mit dir durch deine alte Heimat spaziert und hab die Obstbaumblüte, die Kühe und die Gegend genossen. Mit dem Erdkeller find ich spannend, den gibt es hier nicht, obwohl wir im Münsterland auch sehr ländlich aber flach leben. Die Aussicht, die du präsentiert, gefällt mir daher sehr.
    Einen lieben Gruß von Marita…die Weidenpfähle eines befreundeten Landwirtes im Garten stehen hat, da er sie abgebaut und nun ein Elektrozaun seine Dienste tut.

    • Allzu viele Keller dieser Art gibt es auch nicht mehr, und auch sonst nicht allzu viel Altes. Umso spannender, wenn man dann doch noch Zeugen vergangener Lebensweise irgendwo entdeckt. Die Gegend ist wirklich sehr schön, das finden auch die Horden an Wanderern aus dem Großraum Nürnberg und von noch weiter her, die jedes Wochenende die Gegend bevölkern 😉
      Zaun aufstellen und auch immer wieder kontrollieren und ausbessern ist selbst bei einem Elektrozaun nicht wenig Arbeit. Und ich bin immer wieder fasziniert, dass so ein dünnes Schnürl so große Tiere in Schach halten kann. Schön, dass ihr alten Zaunelementen ein verlängertes Leben in eurem Garten beschert.
      Liebe Grüße heike

  7. Wow, mal ein ganz anderer Spaziergang als es sie sonst bei Dir zu sehen gibt. Ich habe vieles, auch Sprachliches wiedererkannt, komme ja selbst vom Rand eines Karstgebirges (Schwäbische Alb) und wohne auch jetzt wieder an einem Juraausläufer.
    Und der Konjunktiv! Wachsada… dafür kennt mein Dialekt keine eigene Form mehr.
    Danke fürs Mitnehmen – ich werde sicher etwas aus Prag verlinken… Liebe Grüsse, Stefanie.

    • Ein bisschen Abwechslung so zwischendurch ist auch mal ganz gut. Die Fränkische Alb geht eh mehr oder weniger dann in die Schwäbische Alb über, und die Hüll oder Hüle hieß auch auf der Schwäbischen Alb so. Mein Dialekt kommt immer zu mir zurück, wenn ich daheim bin und mein Gegenüber denselben Dialektspricht 😉
      Prag klingt gut, da war ich schon ewig nicht mehr. Einen schönen Urlaub wünsche ich euch.
      Liebe Grüße heike

  8. So interesssant, ich dachte, es gibt noch echte Bauern mit nicht so einem Riesenstall oder einem Riesenacker wie in Norddeutschland bzw. in Oberbayern. Wie schön für die Tiere, in meiner Heimat gibt es kaum noch Bauern, der Acker ist überwiegend dem Bauland gewichen, schon in den 70er Jahren und noch schneller danach, die Landschaft ist total zersiedelt und zerstückelt durch Straßen, Autobahn und demnächst einen Bahnausbau, gegen den zwar protestiert wird, aber wird ihn höchstens verzögern. Da ist die Oberpfalz zum Glück ein bisschen am Ende der Welt. LG Anja

    • Gemessen an Norddeutschland sind die Äcker nicht sonderlich groß, gemessen an denen in der Nachbargemeinde und auch im Dorf in dem ich eigentlich aufgewachsen bin sind die Äcker groß. All die kleinen Äcker und Wiesen mit den Hecken dazwischen sind natürlich viel schöner, eine effiziente Bearbeitung mit großen Maschinen ist auf diesen kleinen Flächen allerdings schwer möglich. Mein Bruder hat viele dieser kleinen Flächen gepachtet und bewirtschaftet sie. In seinem Dorf gibt es noch einige Bauern, außer ihm alle konventionell, in anderen Dörfern teilweise kaum bis gar nicht mehr. Die Autobahn ist übrigens gar nicht weit weg, gerade mal 2km, an manchen Tagen hört man sie. Vor der Wende war in der Oberpfalz tatsächlich das Ende der westlichen Welt, am Eisernen Vorhang ging es nicht weiter. Die Randgebiete der Oberpfalz wie auch in Oberfranken im Fichtelgebirge sind strukturschwache Gebiete mit ganz eigenen Problemen, Bebauungsdruck ist dafür tatsächlich weniger. Ich verlinke oben noch ein Filmchen aus der ARD Mediathek über meinen Bruder und seinen Hof.
      Liebe Grüße heike

  9. Solche Heimatspaziergänge sind doch einfach nur wunderschön! Ihr hattet gutes Wetter und Begleitung. Ich hoffe, auch bei Deinem Bruder hat es nun geregnet? Ammenhaltung ist ja nun immer seltener. Als Kind haben wir auf dem Hof der Großeltern immer geholfen, die Herde (samt Stier) in den Stall zu treiben. Und wehe, es büßte ein Kalb aus, weil man sich zu hecktisch bewegt hatte…dann musste die ganze Herde noch mal raus. Ich liebe bis heute den Anblick von Kühen so viel mehr auf Weiden, als die allgegenwärtigen Pferde.
    Meine Mutter weiß auch noch von diesen Birnen zu berichten, dav8n, dass sie sie ins Ofenfach gelegt haben und es ihre Süßigkeit gewesen ist, viele für die Schweine gefüttert wurden. Die Bäume wurden leider gefällt, unter den Tränen meiner Oma, für ein Feld. (da war ich noch ganz klein, der Älteste/meinOnkel übernahm ganz viel schon den Hof und es gab so viele Veränderungen. Ich bin froh, dass er aber im Laufe immer mehr wieder ökologisch gehandelt hat, auch ohne ein offizieller Öko Bauer zu sein)
    Ach, dein Spaziergang hat jetzt wieder so viel Erinnerungen geweckt, ich bin und bleibe ein Landei. Aber ich kann auch genau verstehen, dass Du Dich gegen die beruflichen Aussichten in der Landwirtschaft entschieden hast. Wir wertschätzen deren Arbeit hier viel zu wenig.
    Hut ab (Dein Bruder trägt natürlich auch Hut!) vor Deinem Bruder und seinem Engagement und seiner Berufswahl
    Liebe Grüße und eine gute Woche
    nina

    • Ja, auch in der Oberpfalz hat es geregnet. Ob ausreichend wird sich weisen, vermutlich eher nicht.
      Meine Großeltern hatten Anbindehaltung, wie alle rundum. Erst mein Bruder hat mit der Weidehaltung begonnen. Und die Entscheidung für Vollerwerb nach etlichen Jahren Nebenerwerb war eine sehr bewusste. Meine Hochachtung hatte er schon immer 😊
      Liebe Grüße heike

  10. Hallo Heike,
    durch das Lesen anderer Monatsspaziergänge bin ich auf deinem Blog gelandet. Allerdings ist mir der Blogname, der mir bislang Rätsel aufgab, schon mehrfach aufgefallen. Jetzt habe ich mir mal das „Über“ durchgelesen und bin gescheiter. Das Porträtfoto gefällt mir übrigens sehr gut.
    Zurück zu deinem Monatsspaziergang. Das war sehr interessant und mal etwas ganz anderes. In meiner Kindheit habe ich mit den Eltern fast immer Urlaub in ländlichen Gegenden gemacht. Und später mit meinem Mann öfter mal in Österreich auf einem Bergbauernhof, wenn wir in der Nähe von Schladming zum Skifahren waren. Ich bin zwar ein Frankfurter Gewächs, aber solche Berichte wecken bei mir eine gewisse Sehnsucht nach dem Landleben. Ob ich damit zurechtkäme, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vielen Dank für diesen wunderbaren Beitrag.
    Herzliche Grüße – Elke

    • Ja, der Blogname ist ein bisschen sperrig. Aber auch kurz und er fällt auf. Einen guten Blognamen finden ist nicht leicht, und mir ist es nur so semi gelungen. Ab und zu habe ich auch schon bei dir gelesen und kommentiert, aber ich glaube mit dem anderen Blognamen, hm-unterwegs.eu. Dahinter schreibe nämlich auch ich.
      Ab und zu erwische ich mich auch, wie ich mich wieder aufs Land zurück sehne. Dann denke ich an schlechte Infrastruktur und für alles ein Auto zu benötigen und an Mussfahrten bei Schneeglätte und freue mich dass ich in meiner Stadt alles mit dem Fahrrad und zu Fuß und zur Not auch mit den Öffis erreichen kann. Wir haben allerdings auch einen Garten, da bin ich dann doch Landkind. Und ich bin sehr glücklich, immer meinen Bruder und seine Familie besuchen zu können und so mein doch immer noch vorhandenes Heimweh stillen zu können 😊
      Schön dass du zum Monatsspaziergang gefunden hast.
      Liebe Grüße heike

  11. dieser spaziergang hat mich richtig angerührt. ich finde es so interessant, so viel über die landwirtschaft in unterschiedlichen regionen zu erfahren. toll, dass dein bruder so engagiert seinen beruf ausübt und so viel im bereich ökologische landwirtschaft macht. ich bin in einem dorf groß geworden, dass damals noch mehrere bauern hatte, wo wir in den scheunen herumgetobt sind und jeden abend milch in der kanne geholt haben. heute gibt es dort nicht einen einzigen bäuerlichen betrieb mehr, da es einzugsgebiet von kassel war. inzwischen ist in und besonders rund um mein dorf alles, wirklich alles, zugebaut, meist mit mehr- und einfamilienhäusern. meine kindheit ist in neubaugebieten versunken.
    umsomehr habe ich mich über deine schönen bilder gefreut, die kühe, die landschaft, die weiden, die streuobstwiesen…
    den film werde ich mir natürlich liebend gern anschauen und freue mich auch auf deinen 1.mai-spaziergang.
    mein beitrag kommt mitte der woche, ich vergaß, die fotos zu sichten und zu bearbeiten…
    liebe grüße von mano

    • Wir haben in der Kindheit auch noch die Milch in der Kanne bei der Nachbarin geholt. Inzwischen gibt es in dem Dorf, in dem ich aufwuchs, schon lange keine Bauern mehr. Dafür ebenfalls ein Neubaugebiet, aber es ist immer noch sehr ländlich. Der Hof der Großeltern war ja 8km entfernt, und wir waren nur zu bestimmten arbeitsintensiven Zeiten täglich dort. Deshalb die Milch von der Nachbarin. Und wir Dorfkinder sind frei überall herumgetobt und haben am Waldrand Hütten gebaut. Diese Art Kindheit gibt es heute gar nicht mehr. Ui, das klingt jetzt so richtig verklärend 😉
      Die Landwirtschaft der Großeltern war jedenfalls ganz anders als die, die mein Bruder nun betreibt. Ich finde es toll was mein Bruder mit seiner Familie aus dem Hof gemacht hat. Und vor seinem Wissen über Pflanzen und Bodenaufbau und auch Tiere ziehe ich sowieso meinen Hut.
      Ich bin auch noch mittendrin im Fotos sichten und reduzieren, zum Glück läuft der Monatsspaziergang ja noch ein paar Tage…
      Liebe Grüße heike

  12. Hallo liebe Heike,
    was für ein wundervoller Spaziergang. Es sieht so romantisch aus die Kühe und Kälber zu begleiten, aber ja es steckt so viel Arbeit dahinter aber auch Wissen. Ich staune immer wenn wir zu „unserem“ Rinderbauern fahren (dort kaufen wir immer ein Viertel Rind) was es an Wissen und Erfahrungen gibt, und wie wenig wir doch wissen von dem echten richtigen Landleben mit Tierhaltung. Gerade die Landwirte mit Bio und guter Viehhaltung haben es schwerer. Deswegen Hut ab vor Deinem Bruder und seiner Familie das sie immer noch gerne diese Arbeit machen.
    Liebe Grüße
    Kirsi

    • Eine Arbeit, die noch dazu sehr abhängig ist vom Wetter. Der Feldanbau jedenfalls, aber auch das Vieh braucht Futter. Das wachsen muss, und wenn es zu lange trocken ist, gibt es auch davon zu wenig. Und noch so einiges, wie Krankheiten zum Beispiel. Also ja, Hut ab.
      Liebe Grüße heike

  13. Was für ein schöner und sehr persönlicher Spaziergang! Wir sind oft in Oberfranken in einem kleinen Ort zu Besuch, die Spaziergänge dort führen durch eine ähnliche Landschaft. Aber von Landwirtschaft habe ich keine Ahnung, umso interessanter waren jetzt deine Informationen dazu. Die Gegend dort ist eine der trockensten in Deutschland, da muß man schon schauen, wo man in den Sommern das Wasser herbekommt. Wenn ich in der Zeitung von den Regeln der EU zur Landwirtschaft lese, bekomme ich immer das kalte Grauen, für Bauern muß das furchtbar sein und ihre Arbeit doppelt schwer machen.
    Liebe Grüße Gabi

    • Kleine Bauern, also solche die wirklich noch Bauern sind und keine landwirtschaftlichen Großbetriebe, haben es besonders schwer. Die kleinen Flächen oft nicht effizient, immer vom Wetter abhängig, das geht nur mit viel Engagement und Herzblut. Und das Ausfüllen der Anträge für Förderungen ist zeitraubend und wird immer umfangreicher.
      Aber es gibt sie noch, diese Bauern.
      Liebe Grüße heike

  14. So ganz anders und mit viel Erinnerungen aufgeladen. Sehr idylisch, was wahrscheinlich sowieso nur Städter sagen. Die Freiheiten der Kinder waren enorm und die Möglichkeiten sich zu beschäftigen mit und in der Natur. Es ist traurig, dass das Überleben der Bauern so schwer geworden ist. Man kannn die arbeit nur wertschätzen!
    VG Karen

    • Das Überleben der Bauern war immer schwer, hat sich einfach nur gewandelt mit den Zeiten. Tiefer gehe ich jetzt nicht darauf ein, das wird sonst uferlos 😉
      Das Aufwachsen in der Natur war toll. Was mich jetzt so fasziniert ist, wie mein Bruder den Boden und die Pflanzen und Tiere kennt und wertschätzt. Wir sind gemeinsam aufgewachsen, aber er hat offensichtlich mehr vom Opa mitgenommen an Wissen. Und dann noch um ein vielfaches vertieft. Ich lerne und staune jedes Mal.
      Liebe Grüße heike

  15. Lieber Heike,
    mir hat dieser Spaziergang sehr gefallen! Eine wunderbare Idylle! Ich mag das Landleben. – Tragisch finde ich, dass dein Bruder mit der Trockenheit Probleme hat, indem er seine Kühe kaum satt bekommt. Bei uns hatte es es noch einiges geregnet, ich hoffe in deiner alten Heimat auch und die Wiesen sind wieder schön saftig. Deine Bilder sind wunderschön! Interessant finde ich den Erdkeller. Beim Dätzinger Schloss (mein ehemaliger 12tel-Blick) gab es einst sogar einen Eiskeller im Schlosswald. – Und auf das Filmchen bin ich gespannt, werde es mir die nächsten mal Tage ansehen.
    Hab eine gute Woche!
    Liebe Grüße
    Ingrid

    • Dank des Mob Grazing geht es noch ganz gut mit dem Futter, auch weil es jetzt geregnet hat. Aber ein trockener Sommer nach dem anderen, und die Winter auch meist zu trocken, das ist langsam schon spürbar.
      Liebe Grüße heike

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