WKSA 2022 – Finale

Alle Jahre wieder veranstalten die wunderbaren Ladies vom MeMadeMittwoch einen Weihnachtskleid Sewalong. Und genau so plötzlich wie dann am Ende der Adventszeit Weihnachten da ist, ist dann auch schon das Finale des Sewalong mit dem großen Zeigen da. Und wie befürchtet, bin ich am Ende richtig in Stress geraten. Aber Weihnachtszeit ohne Stress, gibt es das? 😉 Und habe ich jetzt was zu zeigen?

Ich habe eine Bluse, und ich habe ein Kleid. Allerdings nicht so wie geplant.

Die Bluse

Die Bluse Vanløse habe ich ja schon beim Zwischenstand gezeigt. Ich habe tatsächlich noch am selben Abend den Knopf angenäht. Und die Bluse am darauffolgenden Abend bei einem Konzert ausgeführt. Wir haben auch nach dem Konzert noch Fotos in der wunderbaren Kulisse des Stiegenhauses vor dem Minoritensaal gemacht. Bisschen huschhusch, dementsprechend ist die Auswahl nicht berauschend.

Bezeichnend, dass das einzige Foto mit nicht abgeschnittenem Hintergrund und Ganzkörper eines ist, bei dem ich offensichtlich Anweisungen gebe 😉

Ich habe die Bluse mit einem Rock kombiniert, den ich bereits vor 5 Jahren aus einem kräftigeren Wollstoff genäht habe. Ein Modell aus der Burda 9/2013, wenn ich mich richtig erinnere. Auf den Fotos kommt er mir sehr kurz bzw. sehr hoch sitzend vor. Ich ziehe ihn auch leider sehr selten an, da er aufgrund des weiten Saums im Winter eigentlich zu luftig ist. Musste ich an dem Tag auch wieder feststellen. Vor allem als ich nach dem Konzert recht lang auf den Bus warten musste.

Am 23. wurde die Bluse zum Essen mit Freunden nochmals ausgeführt. Hier sind die Abnäher besser zu erkennen.

Das Kleid

Das Kleid Dragør war dasjenige, das ich beim Zwischenstand als potentielles Weihnachtskleid präsentiert habe. Und ich habe auch bis kurz vor Weihnachten noch dran genäht. Wenn man allerdings von Anfang an weiß dass man wenig Zeit hat und Terminsachen immer Stress der letzten Minute bedeuten, sollte man vielleicht nicht unbedingt ein Stück der Kategorie noch nie genäht aussuchen. Weder hatte ich diese Art von Kleid schon mal für mich genäht, und deshalb auch nicht diesen Schnitt. Für ein Probemodell bin ich immer zu ungeduldig und wäre bei der zur Verfügung gestandenen Nähzeit auch nicht machbar gewesen. Es war also ein kompletter Blindflug, ob es gelingt und ob ich mich in diesem Kleid mag.

Zwischenstand.

Ich habe also alles auf eine Karte gesetzt. Und mich durchgewurschtelt. Für das Rückenteil war Futter vorgesehen, für das Vorderteil mit dem Wasserfall, zwischengefasst in der Passe unten, nicht. Die Armlöcher des Rückenteils wären also sauber verstürzt gewesen, die des Vorderteils nur umgenäht. Also dachte ich, sei schlau, und habe das Vorderteil der Version ohne Wasserfall als Futter zugeschnitten. Die Armlöcher sind nun sauber verstürzt. Bei der Schulternaht mit dem um das Rückenteil geklappten Wasserfall musste ich kurz nachdenken. Schulternaht außen und innen ohne sichtbare Nahtzugabe geht wegen der Konstruktion nicht. Nicht bedacht hatte ich außerdem, dass das obere Vorderteil zwischen die beiden Teile der unteren Passe gefasst wird und deshalb der Zipp in der Seitennaht nicht sauber mit dem Futter verstürzt werden kann. Da das Futter ja auch zwischengefasst ist. Ich hatte auch extra Taschen dazugebastelt, die ich auf der Seite mit dem Zipp dann erst wieder rausgetrennt habe. Einfach mal so runternähen war also nicht gegeben, ich habe etliche leere Kilometer eingelegt.

Bei der Anprobe dann die Ernüchterung. Das Kleid passt gerade so, ist also recht eng. Ein bisschen mehr Weite wäre nicht schlecht. Außerdem habe ich mein Hohlkreuz nicht berücksichtigt. Bisher war eine Hohlkreuzanpassung noch nicht so wirklich ein Thema. Bei den Jeans hatte ich Glück, der Formbund bei Ginger und Morgan passt ganz gut. Bei den bisher genähten Kleidern war es bei den verwendeten Schnitten auch kein Thema. Der Stoff zuviel beim Hohlkreuz lässt sich ja noch recht gut entfernen. Allerdings sitzt das Rückenteil generell nicht perfekt, auch bei einem Träger klafft es. Und bevor der Rücken nicht angepasst ist, hat es auch keinen Sinn zu säumen. Also hängt das Kleid nun am Kasten und wartet, bis ich nach Feiertagen und ausgedehntem Familienbesuch in der alten Heimat Zeit und Hilfe zum abstecken und anpassen habe.

Für ein wirkliches Weihnachtskleid wäre mir das Kleid eh zu luftig mit dem Trägeroberteil. Die einzige farblich gut passende Strickjacke ist eher sportlich, also auch nicht unbedingt der beste Partner. Wenn man dann noch berücksichtigt, was meine anfänglichen Kriterien für ein Weihnachtskleid waren, nämlich gleichzeitig bequem und chic, stellt sich eh die Frage, warum die Wahl auf diesen Schnitt fiel. Was soll ich sagen. Stoff und Schnitt waren da und passten gut zusammen. Und ich wollte dieses Kleid schon sehr lange nähen. Also dachte ich, die Gelegenheit ist günstig. Insofern ist das Kleid zwar als Weihnachtskleid mißglückt, aber nicht generell. Ich mag den Schnitt nach wie vor, mit den nötigen Anpassungen (auch in der Weite) wird das noch ein tragbares Kleid.

Das ist drin:

  • Schnitt/Anleitung: Bluse Vanløse und Kleid Dragør von How to do Fashion
  • Material: 2x ca. 1,5m Viskose Twill vom Nähkästchen in Graz (hat leider im Juli 2022 geschlossen)
  • Kosten: ca. 60€
  • Werkzeug: Nähmaschine, Overlock
  • Arbeitszeit: ca. 8 Stunden

Das Weihnachtskleid

Das Kleid, das ich dann tatsächlich an Heiligabend getragen habe, und auch heute am Stephanitag wieder trage, ist das vorab bereits als heimliches Weihnachtskleid angekündigte Factory Dress. Kombiniert mit Langarmshirt, Strumpfhose und dicken Socken lassen sich diverse weihnachtliche Familientreffen ganz wunderbar darin begehen. Und Platz für Plätzchen und Stollen ist auch.

Das tatsächliche Weihnachtskleid 2022 ist dann auch tatsächlich eher bequem als festlich.

Das ist drin:

  • Schnitt/Anleitung: Factory Dress von Merchant & Mills
  • Material: ca. 2m Viskose-Leinen-Webstoff von 1000Stoff
  • Kosten: ca. 40€
  • Werkzeug: Nähmaschine, Overlock
  • Arbeitszeit: ca. 5 Stunden

Fazit

Meine allererste Teilnahme am Weihnachtskleid Sewalong war also kein Erfolg auf ganzer Linie. Aber auch kein Mißerfolg. Ich habe immerhin eine tragbare Bluse, die bereits mehrmals ausgeführt wurde. Und ein schon weit fortgeschrittenes Kleid für diverse eher sommerliche Festivitäten. Gelernt habe ich auch, in der dichten Vorweihnachtszeit eher schon gut erprobte einfache Schnitte zu nähen, wenn ich schon unbedingt am WKSA teilnehmen will. Mal sehen, ob ich mich nächstes Jahr noch daran erinnern will 😉

Somit verlinke ich mein Weihnachtskleid des Jahres 2022 mit dem WKSA-Finale beim MeMadeMittwoch. In den nächsten Tagen wird sich hoffentlich endlich Zeit finden, auch die anderen Beiträge in Ruhe zu gustieren. Danke an das MMM-Team für die Organisation und die Bereitstellung der Platform. Und Frohe Weihnachten an alle Teinehmerinnen am WKSA 2022 und generell alle Nähladies.

21 Kommentare

  1. Ach, hetz dich nicht mit deinem Dragor Kleid. Das wird am Ende sicher wunderbar und du hast ja auch noch dazu zwei tolle, bereits tragbare Teile. Ich stelle auch immer wieder fest, dass eine gute Passform einfach Zeit kostet.
    Grüße, Tina

    • Danke Tina. Genau die richtigen aufbauenden Worte zur richtigen Zeit. Und du hast ja so recht. Wie man an deiner tollen Jacke sieht.
      LG heike

  2. Sehr schön sind die Bluse und das ungeplante Kleid. Das Kleid ist herrlich wanderlbar, finde ich toll. Die Bluse habe ich irgendwann auch mal genäht, war nicht zufrieden mit der Passform …. Du strahlst in Deiner Bluse, das finde ich großartig! LG kuestensocke

  3. Die Bluse sieht toll aus! Die Farben passen so schön zusammen. Das Weihnachtskleid ist doch schön und passt zu den selbstgestrickten Socken. So sah es bei mir Weihnachten auch aus, Kleid und selbstgestrickte Socken. Spätestens im Sommer, wenn dann die richtige Gelegenheit zum Tragen kommt, wirst Du das andere Kleid fertig machen. Wie das dann aussieht, da bin ich gespannt drauf. LG Gabi

    • Danke liebe Gabi, ja Weihnachten und Stricksocken, das passt wunderbar 😉 War genau das richtige. Und auf das andere Kleid bin ich auch gespannt 😉👗
      LG heike

  4. Der goldfarbene Stoff macht sich super, mir gefällt die Kombination mit Bluse, Rock und Tasche ungemein, das Kleid wird auch toll, davon bin ich überzeugt und das Factory Dress in der Form mit Unterziehteil und alles Ton in Ton, geniale Idee, einen guten Rutsch noch, lg Anja

  5. Die Bluse ist super gelungen, sie kleidet Dich ganz toll. Stress Dich nicht mit dem unfertigen Kleid, bald kannst Du es in Ruhe beenden und strahlst dann in dem Kleid! Und Dein Weihnachtskleid ist doch perfekt, es muss nicht immer edel sein… Hauptsache ist doch, Du fühlst Dich wohl.

    LG
    Sandra

    • Danke liebe Sandra. Und du hast so recht. Hauptsache man fühlt sich wohl in dem Kleidungsstück. Einen guten Rutsch und LG heike

  6. Mir gefallen deine Kleidungsstücke sehr gut.
    Und ich gebe dir recht, nichts zu aufwändiges in der Weihnachtszeit zu nähen.

    LG, Heike

  7. Wichtig ist, dass du am Ende zufrieden bist. Ob das dann Teil oder nur so halb ein Teil des Sewalongs ist, ist egal 😉 Und alle Teile sehen toll an dir aus!
    LG Miriam

    • Danke liebe Miriam. Kleid und Bluse trage ich beides sehr gerne. Und ohne den Sewalong wäre die Bluse so nicht entstanden, denn dann hätte ich den Stoff bis heute noch nicht angeschnitten. Egal wie der Weg zum Ergebnis war, es sind im Zuge dessen jedenfalls Teile entstanden, die ich mag. LG heike

    • Ich war auch schon stark in Versuchung, mir noch ein paar Schnitte mehr zuzulegen. War dann aber doch vernünftig. Ich nähe erstmal die, die auf der Festplatte warten 😉
      Schön, dass ich dich inspirieren konnte. LG heike

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